Salzburger Nachrichten am 20. Juli 2005 - Bereich: kultur
Sommerakademie II

Kunst wie Fußball

Als Landeshauptfrau-Stellvertreter Othmar Raus in seiner Rede am Montagabend Barbara Wally nannte, setzte im Saal der Festung Hohensalzburg ein Pfeifen, Johlen und Klatschen ein, dass Raus seine Laudatio zum 25. Jahr Wallys an der Sommerakademie unterbrechen musste, bevor er ihr "noch weitere viele Jahre" in dieser Funktion wünschte. Barbara Wally sagte zu dem Jubel: "Ich komm mir vor wie ein Fußballchampion."

Sie erinnerte

daran, wie sie aus Nürnberg und Wieland Schmied aus Berlin 1981 nach Salzburg gekommen seien und die Sommerakademie als "Bruchbude" vorgefunden hätten. Das Niveau von Lehrer und Studenten habe bestenfalls Mittelmaß erreicht. Wichtigstes Anliegen Wieland Schmieds sei es gewesen, renommierte Professoren zu bekommen. "Es hat zehn Jahre gedauert, bis Internationalität erreicht war", berichtete Wally. An diese Erkenntnis hängte sie - offenbar in Anbetracht bisherigen oder drohenden Sparwillens der Subventionsgeber - die Mahnung: "Es ist sehr leicht, eine Kulturinstitution zu ruinieren, aber schwierig, sie solide aufzubauen."

Am Montag

wurde die Sommerakademie für Bildende Kunst eröffnet. Auf der Festung, in der Alten Saline Hallein und im Marmorsteinbruch in Fürstenbrunn werden bis Ende August 440 Studenten aus 45 Ländern in 26 Klassen unterrichtet. (Ein Interview mit Barbara Wally erscheint am Wochenende in der Festspiel-Beilage.) hkk