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Spuren im Schnee, das sind gleichsam sanfte subtile
Abdrücke und Fährten der künstlerischen Handschrift im Medium des
Siebdrucks. Andreas Stalzer, seines Zeichens Kunstsiebdrucker, führt eine
facettenreiche Auswahl seiner bis dato edierten Druckgrafiken
österreichischer und internationaler Künstler vor. Sein Reservoir ist
vielfältig in Form, Stil und äußerlichem Erscheinungsbild. Siebdruck als
Brettspiel, Objekt, Paravent. Darunter findet sich etwa eine wunderbare
Arbeit von Bruno Gironcoli, dem heurigen Vertreter Österreichs auf der
Biennale in Venedig. Auf transparenter Folie die skizzenhafte Anlage eines
Flugzeugs. Einen Schwerpunkt bildet der minimalistisch konzeptuelle
Bereich, in dem feine strenge Arbeiten vom Land-Art-Protagonisten Richard
Nonas oder Gerwald Rockenschaub vertreten sind.
Rockenschaub zeigt einen Unikatsiebdruck, eine gerahmte
feingerasterte Folie, in der Ausstellung prominent erhöht positioniert.
Jan Uslés Blatt changiert zwischen persönlicher Handschrift, Malprozess
und strenger minimalistischer Serialität. Auch Arnulf Rainers Werk
schließt sich dem streng Konkreten an. Er ist mit einer auf die Zeit der
Proportionen um 1953 zurückgehenden Siebdruckarbeit vertreten: parallel
gereihte Streifen. Dazu gesellen sich auch subtil malerische Beispiele von
Herbert Brandl: flüssig polychrome Kompositionen, die zwischen Eigenwert
der Farbe und Impression des Landschaftlichen pendeln. Michelangelo
Pistoletto ist mit einer monumentalen Spiegelarbeit vertreten. Eine
quellende schwabbelnde Form breitet sich über das Geviert aus und drängt
plastisch in den Raum. Der Betrachter dagegen wird in das Bildszenario mit
einbezogen. In Peter Koglers Bildern wird die hybride gallertartige Form
nochmals aufgegriffen, vernetzt im schwelgenden Auf und Ab die gesamte
Bildfläche. Der klassische Grafikbegriff, mit der Linie, dem
Zeichnerischen verbunden, ist in der Schau generell erweitert. (I.,
Rauhensteingasse 12; bis 1. April)
GALERIE BIENENSTEIN
Padhi Frieberger ist einer der wenigen authentischen
Neodadaisten, die Österreich in der Nachkriegsgeschichte hervorgebracht
hat. Frieberger ist ein Einzelgänger, verschanzt sich auf seinem Bauernhof
distanziert von der Wiener Kulturmetropole, fügt Kunst und Leben in einer
stets politkritisch-satirischen Weise zusammen - er selbst gleicht einer
Beuysschen Sozialen Plastik, mit Wiener Schmäh gepaart. Seine Kunstwerke
sind meist aus Alltagsteilen skulptural zusammengebaut, wie die 1991
entstandenen Golfspieler, ein militärpolitisches Thema, das in diesen
Tagen stark präsent ist. (I., Weihburggasse 4; bis 10. April)
GALERIE LANG
Retrospektiv wird dem Besucher das noch junge
zeichnerische Werk von Anna Stangl vorgestellt, bis in die 80er Jahre
zurückreichend. Der Beginn markiert eine eruptive kräftige "Pranke",
eingebettet in der so typischen Tradition österreichischer Zeichnung des
figurativen Expressionismus. Die Linie wird in der Folge sensibler,
graziler, süßlicher. Weibliche Akte, versunken, träumerisch, konfliktfrei.
Diese weichen Nuancen in Form und Inhalt hält Stangl auch in ihren
aktuellen Arbeiten aufrecht, jedoch wendet sie sich der Aquarelltechnik
zu, die Linie wird zugunsten der tonig-malerischen Fläche aufgegeben. Es
entstehen fetischartige Kreaturen, zwischen Lieblichkeit und starker
befremdlicher Distanz. (I., Seilerstätte 16; bis 21. März) Florian
Steininger
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