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06.03.2003 - Ausstellung
GALERIE EXNER - GALERIE BIENENSTEIN - GALERIE LANG


Spuren im Schnee, das sind gleichsam sanfte subtile Abdrücke und Fährten der künstlerischen Handschrift im Medium des Siebdrucks. Andreas Stalzer, seines Zeichens Kunstsiebdrucker, führt eine facettenreiche Auswahl seiner bis dato edierten Druckgrafiken österreichischer und internationaler Künstler vor. Sein Reservoir ist vielfältig in Form, Stil und äußerlichem Erscheinungsbild. Siebdruck als Brettspiel, Objekt, Paravent. Darunter findet sich etwa eine wunderbare Arbeit von Bruno Gironcoli, dem heurigen Vertreter Österreichs auf der Biennale in Venedig. Auf transparenter Folie die skizzenhafte Anlage eines Flugzeugs. Einen Schwerpunkt bildet der minimalistisch konzeptuelle Bereich, in dem feine strenge Arbeiten vom Land-Art-Protagonisten Richard Nonas oder Gerwald Rockenschaub vertreten sind.

Rockenschaub zeigt einen Unikatsiebdruck, eine gerahmte feingerasterte Folie, in der Ausstellung prominent erhöht positioniert. Jan Uslés Blatt changiert zwischen persönlicher Handschrift, Malprozess und strenger minimalistischer Serialität. Auch Arnulf Rainers Werk schließt sich dem streng Konkreten an. Er ist mit einer auf die Zeit der Proportionen um 1953 zurückgehenden Siebdruckarbeit vertreten: parallel gereihte Streifen. Dazu gesellen sich auch subtil malerische Beispiele von Herbert Brandl: flüssig polychrome Kompositionen, die zwischen Eigenwert der Farbe und Impression des Landschaftlichen pendeln. Michelangelo Pistoletto ist mit einer monumentalen Spiegelarbeit vertreten. Eine quellende schwabbelnde Form breitet sich über das Geviert aus und drängt plastisch in den Raum. Der Betrachter dagegen wird in das Bildszenario mit einbezogen. In Peter Koglers Bildern wird die hybride gallertartige Form nochmals aufgegriffen, vernetzt im schwelgenden Auf und Ab die gesamte Bildfläche. Der klassische Grafikbegriff, mit der Linie, dem Zeichnerischen verbunden, ist in der Schau generell erweitert. (I., Rauhensteingasse 12; bis 1. April)

GALERIE BIENENSTEIN

Padhi Frieberger ist einer der wenigen authentischen Neodadaisten, die Österreich in der Nachkriegsgeschichte hervorgebracht hat. Frieberger ist ein Einzelgänger, verschanzt sich auf seinem Bauernhof distanziert von der Wiener Kulturmetropole, fügt Kunst und Leben in einer stets politkritisch-satirischen Weise zusammen - er selbst gleicht einer Beuysschen Sozialen Plastik, mit Wiener Schmäh gepaart. Seine Kunstwerke sind meist aus Alltagsteilen skulptural zusammengebaut, wie die 1991 entstandenen Golfspieler, ein militärpolitisches Thema, das in diesen Tagen stark präsent ist. (I., Weihburggasse 4; bis 10. April)

GALERIE LANG

Retrospektiv wird dem Besucher das noch junge zeichnerische Werk von Anna Stangl vorgestellt, bis in die 80er Jahre zurückreichend. Der Beginn markiert eine eruptive kräftige "Pranke", eingebettet in der so typischen Tradition österreichischer Zeichnung des figurativen Expressionismus. Die Linie wird in der Folge sensibler, graziler, süßlicher. Weibliche Akte, versunken, träumerisch, konfliktfrei. Diese weichen Nuancen in Form und Inhalt hält Stangl auch in ihren aktuellen Arbeiten aufrecht, jedoch wendet sie sich der Aquarelltechnik zu, die Linie wird zugunsten der tonig-malerischen Fläche aufgegeben. Es entstehen fetischartige Kreaturen, zwischen Lieblichkeit und starker befremdlicher Distanz. (I., Seilerstätte 16; bis 21. März) Florian Steininger



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