| Neue Karten braucht die Welt | |
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In Animationen, wird im Rahmen der Ars Electronica die Welt,
ökonomisch, ökologisch und politisch neu kartografiert. |
Eines der inhaltlichen Standbeine der Ars Electronica ist das
Weltkarten-Projekt "Change The Map". Gezeigt werden aktuelle
Weltprojektionen, in denen der nationalstaatlich legitimierten Geografie
die Wechselwirkungen und Bruchstellen unserer modernen
Informationsgesellschaft überlagert werden: Cybergrafien einer Welt der
Daten- und Informationssysteme, deren Meridiane die ökonomischen,
ökologischen und politischen Kraftlinien sind. Künstler als
Kartographen.
Zwei Beispiele Neunzig Prozent der Aufsichtsratsmitglieder in den hundert weltgrößten
Konzernen, sitzen in mindestens einem anderen Aufsichtsrat, der ebenfalls
hundert größten Konzerne. Ein Öltanker wurde auf den Namen der
amerikanischen Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice getauft, weil sie vor
ihrem politischen Amt einen Aufsichtsratsposten bei Chevron hatte. Der
amerikanische Vizepräsident Dick Cheney, als auch Präsident George Bush
waren Manager in der Ölindustrie. Welche außenpolitischen Prioritäten
lassen sich an diesen Fakten ablesen? Vielleicht ist doch etwas dran, dass
eine kleine Gruppe von Menschen in Wahrheit die ganze Welt regiert? "They Rule" In seiner Arbeit thematisiert der neuseeländisch/amerikanische Künstler
Josh On, die personellen Querverbindungen zwischen wirtschaftlicher und
politischer Macht. "Ich sehe 'They Rule' nicht vorrangig als
künstlerisches Projekt. Ich wollte auch Ideen zur
Informationsvisualisierung und das Internet als soziales Konstrukt
erkunden. Ich wollte die gegenseitigen Beziehungen der regierenden Klasse
offen legen", sagt der Computerkünstler.
Visualisiert hat Josh On die Beziehungsgeflechte von Institutionen und
Namen mit Linien. Um manche Personen verdichten sie sich und bilden so ein
Gravitationszentrum der Macht, das mit den anderen Paralleluniversen der
wirtschaftlichen und politischen Macht, verbunden ist. Die Welt schrumpft mit der Geschwindigkeit Zwischen fünf Servern, die in Los Angeles, im nabischen Windhuk, in
Daressalam, der Hauptstadt Tansanias, im indischen Mumbai und im
kirgisischen Bischkek stehen, kreist ein Signal. Abhängig vom Ausbau und
Zustand der Netze und Leitungen benötigt das Signal unterschiedliche
Zeitspannen für gleiche räumliche Distanzen. Die gemessenen Zeitabstände,
die das Signal von einem Server zum anderen braucht, werden mit den realen
geographischen Entfernungen abgeglichen und auf eine Weltkarte
übertragen. Dort wo die Signale schnell vorankommen, schrumpfen die Entfernungen.
Wo die Signale lange brauchen, werden die Distanzen gedehnt. Das Ergebnis
von Thomas Feuersteins Arbeit, ist eine Welt in der Nordamerika fast
schlauchartig dünn ist. Europa ist zu einem Mini-Wurmfortsatz von Asien
und Afrika geschrumpft. Während sich Afrika vor allem um den Äquator in
die Breite zieht. Im Vergleich zur realen Weltkarte hat Asien seinen
Umfang fast verdoppelt.
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