Die umstrittene Nordkorea-Fotoausstellung im Klagenfurter Landhaus ist am Mittwochabend von BZÖ-Landtagspräsident Josef Lobnig eröffnet worden. Das Einladungsprospekt sorgte für heftige Debatten: Lachende Nordkoreaner und die Statue des "großen Führers Kim Il Sung", dabei der Text: "Nordkorea - Fernöstliche Faszination mit starkem Nationalbewusstsein und Heimattreue ... keine Ausländer ... keine Asylanten." Die Hungersnot sei Propaganda, in die Welt gesetzt von "jüdisch-imperialistischen Aggressoren aus den USA".
"Das sind Tatsachen"
Der Fotograf verteidigte bei der Eröffnung seine umstrittenen Aussagen wie etwa "man sieht keinerlei Gesindel in den Straßen, keine Arbeitslosen, keine Bettler oder Betrunkene" vehement. Es seien nun einmal Tatsachen, auch wenn er dafür Kritik geerntet habe. Bogner fühlt sich von den Medien unfair behandelt, er beklagte sich darüber, dass man ihn nun als "Nazi" abstemple, immerhin habe er vor einigen Jahren eine Fotoausstellung über Kuba gemacht. "Damals hat es geheißen, ich bin ein Kommunist."
Die Nordkoreaner hätten nach wie vor "einen enormen Hass auf die Amerikaner", wusste der Fotograf zu berichten. Das sei ihnen auch nicht zu verdenken, immerhin hätten die USA das Land mit Abertausenden Bomben überzogen. Bogner erklärte, er habe als Zweijähriger selbst ein Bombardement erlebt, das sei "ganz schrecklich" gewesen, seine Mutter habe geschrien, die Sirenen hätten zu spät geheult, niemand hätte gewusst, in welchen Luftschutzkeller man laufen sollte. Man müsse bedenken, dass etwa die Menschen in Pyongyang "so etwas zweimal pro Tag erlebt haben, das vergisst man nicht".
Fotos nur als Slideshow
Rund 50 Interessierte waren ins Landhaus gekommen, um die Ausstellungseröffnung mitzuerleben. Für Verwirrung sorgte die Tatsache, dass in den Räumlichkeiten die angekündigten Fotos aus Nordkorea gar nicht ausgestellt waren. In den beiden Galerie-Sälen hingen digital verfremdete Fotografien ebenso wie Teil-Akte und Fotomontagen. Ein Teil der Bilder , die am Einladungsprospekt zu sehen waren, fehlten zur Gänze. "Das ist ja Etikettenschwindel", empörten sich einige Besucher. Bogner selbst erklärte, seine Bilderserie aus Korea sei nur als Slideshow zu sehen, die mittels Beamer vom Laptop auf eine Leinwand projiziert werde.
Lobnig wies die Kritik, die Schau diene der Verherrlichung eines totalitären Regimes, zurück und betonte, die Freiheit der Kunst müsse gewahrt bleiben. Gestaltung der Ausstellungen und der Einladung dazu überlasse man zur Gänze den Künstlern, "und das wird auch so bleiben".
Kritik aus Wien und Kärnten
Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) findet die Ausstellung "höchst bedenklich" und hat Kärnten aufgefordert, die Räumlichkeiten des Landhauses für die Ausstellung nicht weiter zur Verfügung zu stellen. Die IKG habe zudem ihre Anwälte beauftragt bei der Staatsanwaltschaft eine Sachverhaltsdarstellung einzubringen.
Kritik kam auch vom Klubobmann der SPÖ-Kärnten, Herwig Seiser: Lobnig habe dem Land Kärnten mit der Ausstellung Schaden zugefügt.
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