Modularer Zyklus

"Mich interessiert die Relation zwischen der natürlichen und der vom Menschen gemachten postmodernen Welt. Eine Beziehung, die so gut wie nicht besteht", so Doug Aitken.
Von Ingrid Adamer.


Der Mensch und dessen Verhältnis zu Raum und Zeit - das ist das Thema der Ausstellung "New Ocean" mit Werken von Doug Aitken im Kunsthaus Bregenz. Der Zyklus mit modularen Arbeiten des Künstlers ist von 27. Dezember bis 26. Jänner zu sehen.

Jedes Werk besteht für sich und ist gleichzeitig Teil einer größeren Einheit. Den Auftakt der Ausstellung im Erdgeschoß des Bregenzer Kunsthauses bildet eine Soundinstallation.

Ständige Veränderung

Runde Holzplattformen laden zum Verweilen ein, darüber hängen Lautsprecher, die Atemgeräusche vermitteln und die Besucher dazu anregen, eigene Bilder zu finden. In seinen Video-Installationen thematisiert Aitken den Kontrast von Landschaft und Technologie, von Emotionalität und Distanz.

"Thaw", 2001 (Zum Vergrößern anklicken) / ©Bild: Kunsthaus Bregenz, Rudolf Sagmeister

Alles ist im Fluss und verändert sich ständig: "Der Titel der Ausstellung 'New Ocean' ist mehr metaphorisch als wörtlich zu verstehen. Ich denke dabei an einen elektronischen oder digitalen Ozean. Gleichzeitig enthalten meine Videoarbeiten aber auch natürliche Elemente wie Wasser oder Eis", erklärt Aitken.

Videoinstallation "Interiors"

Innerhalb verschachtelter Leinwände wird die erst kürzlich fertig gestellte Videoinstallation "Interiors" präsentiert. In immer schneller werdenden, an einen musikalischen Rhythmus angepassten Schnitten werden Bilder von drei Menschen gezeigt.

"Interiors", 2002 (Dreikanalvideoinstallation) / ©Bild: Kunsthaus Bregenz, Rudolf Sagmeister

Der Besucher versucht, Geschichten zu konstruieren. Was bleibt, ist ein Gefühl von Leere und Melancholie, von existenzieller Geworfenheit.

"Interiors", 2002 (Dreikanalvideoinstallation) / ©Bild: Kunsthaus Bregenz, Rudolf Sagmeister

Grenz-Überschreitungen

Mit seinen technisch perfekten, an der Ästhetik aktueller Medien orientierten Arbeiten überschreitet der Künstler leichtfüßig traditionelle Grenzen:

"Für mich gibt es keine Barrieren zwischen der Pop-Kultur und der Kunst. Ich strebe eine möglichst unmittelbare Form der Kunst an. Mir ist es wichtig, eine enge Verbindung mit den Betrachtern zu erreichen, eine Art Austausch. Welche Werkzeuge ich dafür benutze, ist nicht wesentlich. Wichtig ist die Umsetzung."

"New Ocean Cycle"

Mit einer monumentalen Rundprojektion, einem Ineinander von Architektur, Videobildern und Sound, von Urgewalt und grandioser Naturschönheit im zentralen Werk "New Ocean Cycle" gipfelt die Aitken-Schau im Kunsthaus Bregenz.

Tipp:

Doug Aitken "New Ocean" (a shifting exhibition), Kunsthaus Bregenz, 7. Dezember bis 26. Jänner, Informationen: 05574/48594-0

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