| Anti-avantgardistischer Autodidakt | |
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Dem Realismus und der Renaissance verbunden: Balthasar Klossowski de Rola (1908-2001).
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Der französische Maler Balthus, einer der
bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts, ist tot. Er starb nach
Angaben seiner Familie nach kurzem Klinikaufenthalt am Sonntag in seinem
Chalet in Rossinière im Schweizer Kanton Waadt zehn Tage vor seinem 93.
Geburtstag. Noch vor zwei Jahren stand der schweigsame Einzelgänger jeden
Tag ein paar Stunden an seiner Staffelei.
"Außerhalb der Zeit" Der Autodidakt, Sohn kunstliebender Eltern, kam an einem 29. Februar
zur Welt. "Schon allein deshalb stehe ich außerhalb der Zeit", sagte er
einmal. Seine Porträts, Landschaften und Interieurs werden trotz
surrealistischer Elemente als anti-avantgardistisch eingeordnet. Sie sind
dem Realismus und der Malerei der Renaissance verbunden. Eines seiner
frühen Werke, "Les enfants Blanchard" von 1937, hängt im Louvre.
Deutung anderen überlassen Die Deutung seiner teils rätselhaften Arbeiten hat der Künstler mit dem
Hinweis, dass die Malerei sich allein genüge, immer anderen überlassen.
Erst im hohen Alter wurde er gesprächiger. Er monierte, dass "von Literatur und Psychoanalyse beeinflusste
Kritiker in seine Bilder Erotik, ja Perversität" hineingedeutet
hätten. War Rilke sein Vater?
Balthus lebte lange in Paris, später auch in Berlin, Rom und in der
Schweiz. In dem imposanten Chalet in Rossinière aus dem 18. Jahrhundert war er seit
24 Jahren zu Hause.
Er lebte dort zurückgezogen mit seiner zweiten Frau, der japanischen
Malerin Setsuko. Tochter Harumi
trat als Schmuckdesignerin hervor. Tipp: Vor einem Jahr erschien im Schirmer/Mosel Verlag
in München ein Katalog über Balthus' Gesamtwerk. Darin sind 349 Gemälde
und 1.500 Zeichnungen aufgeführt. Die meisten befinden sich in
Privatbesitz. Link: Balthus-Bilder im Web. | ||||||||||