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20.01.2005 - Kultur&Medien / Ausstellung
kunstRaum: Galerie Lang: Amazonen

kunstraum

Nina Maron malt in Serien und im Zentrum steht durchwegs ein bestimmter Typus von Frau: selbstbewusst, rebellisch, amazonenhaft. Wild, expressiv, energisch und in knalligen Farben scheint die 1973 geborene Adolf-Frohner-Schülerin den Machismus der Neuen Wilden zu kontern. Im Malduktus sperrig und holzschnitthaft wirkt ihre aktuelle Ausstellung "Girls don't Cry" und niemand käme hier wohl zu dem Schluss, dass hier Gesichter von Mörderinnen auf die Leinwand gebannt sind (Preise zwischen 1210 und 1760 Euro). (bis 18. Februar, Seilerstätte 16, Wien 1)

GALERIE HIMMELPFORTE: ERINNERUNGEN

Kunst, die im Abseits der Metropolen entsteht, hat oft etwas eigentümlich Weltfremdes an sich. Sie sieht sich oft weniger dem Zeitgeist verpflichtet, als dass sie viel mehr individuelle Denkräume preisgibt. Isana Generali, 1947 in Modena geboren, bewohnt einen Bauernhof bei Siena. Hier verwertet sie die Ablagerungen aus Alltagserlebtem - verwitterte Pflanzenreste, verrostete Geräte aus der Haus- und Landwirtschaft, Kleiderreste, ordnet, formt, bürstet, schweißt, poliert und montiert diese zu Collagen und Plastiken zusammen. Über die beiden Untergeschoße der Galerie kann man nun in diese metaphorischen Bildideen eintauchen und neben Objekthaftem auch Zweidimensionales, vor allem Tempera oder Tusche auf Papier (900 bis 2200 Euro) der Künstlerin erforschen. Hier öffnet sich ein Interpretationsfeld, das in dem unbestimmbaren Niemandsland zwischen Normalität und Absurdität liegend beheimatet ist. Anhand von Worten, die aus Kinderreimen stammen, lässt Isana Generali das Leben Revue passieren: dire, fare, baciare, lettera, testamento. Und man muss der italienischen Sprache nicht mächtig sein, um dieser persönlichen Erinnerungsarbeit eine allgemein menschliche Essenz abzugewinnen. (bis 31. Jänner, Himmelpfortgasse 17, Wien 1)

GALERIE KRINZINGER: BRACHIAL

Sein Credo lautet "die Kunst erschafft sich selbst" und von der Sehnsucht nach zivilisatorischer Entgrenzung und radikaler Kulturexplosion scheint sein Schaffen getrieben. Jonathan Meese zelebriert die Dreifaltigkeit aus Pathos, Pose und Parodie derart hartnäckig, dass selbst beflissene Kunstkritiker oft verunsichert auf seine Gemälde, Installationen und Skulpturen reagieren. Er provoziert und polarisiert. In einer Flut von Bildern, Texten, Objekten prallen Figuren und deren jeweilige Weltbilder aufeinander. Vom ägyptischen Ketzerkönig Echnaton über römische Gewaltherrscher, Wilhelm II., Richard Wagner, bis hin zu Hitler, Stalin findet alles bei ihm Platz. Vollzieht sich bei Meese eine Revolte gegen die trügerische Chronologie der Geschichtsbücher? Oder wühlt sich da ein Horrorfreak im LSD-Furor durchs Cabinet des Dr. Caligari? Meeses donnerndes Assoziationsfeuerwerk erleben wir auch in seiner Wiener Soloschau, die mit Abstand zu den besten in letzter Zeit gehört und u. a. zwei neue Werkgruppen vorführt. Eine ist Klaus Kinski gewidmet, eine weitere kreist um Nietzsche. In den Überblendungen von Mythos, Kunst und Politik verschwimmen die Grenzen zwischen den Begriffen der distanzierten Weltbetrachtung. (bis 29. 1., Seilerstätte 16, Wien 1) Manisha Jothady

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