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| 14.09.2005 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Design: Mehr Licht in die coolen Keller | ||
| VON ALMUTH SPIEGLER | ||
| Design. Die Wanderschau "Design Now Austria" geht in die Sammlung des MAK über. | ||
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Design
ist unsichtbar", sagt die Theo rie von Lucius Burckhardt, auf der 1980
die Ausstellung "Forum De sign" in Linz beruhte. Eine Ansage, die auch
ein Vierteljahrhundert nach dieser legendären Schau in einer eigens an
der Unteren Donaulände errichteten temporären
Kunststoff-Stahl-Konstruktion noch ihre Richtigkeit hat. Für
Österreich. Umgelegt auf die Wahrnehmung von Design in der breiteren
Öffentlichkeit. So wundert es auch nicht, dass man sich 2000 im Museum
für angewandte Kunst dazu entschloss, eine Sammlung zeitgenössischen
Designs virtuell aufzubauen, als Internet-Datenbank, als Info-Pool.
Entsprechend verhalten ist bis heute die öffentliche Wirkung - wo nix
zum Angreifen und Erleben hängt, bleibt eben auch wenig hängen.
Medienzeitalter hin oder her. So ganz konnte man der "physischen Anhäufung" jetzt
aber auch im MAK nicht widerstehen: Mit einer kleinen Präsentation wird
hier zurzeit die Schenkung der von der Kunstsektion des
Bundeskanzleramt gesponserten Leistungsschau "Design Now Austria"
gefeiert. Nach fünfjähriger Welttournee, nach 14 Stationen u. a.
in Lissabon, London, Istanbul, Hongkong und New York, kehren die 150
von "Eichinger oder Knechtl" ausgewählten Objekte wieder heim nach
Wien. 1998 war die aus Modulen flexibel zusammenstellbare Wanderschau
bereits hier im Palais Harrach zu sehen. Es war eine der raren Gelegenheiten, sich einen
Überblick über innovatives österreichisches Design zu verschaffen -
angefangen bei Carl Auböcks Salatbesteck (1956) und Victor Papaneks
Standardwerk "Design for the real world" (1970) über Möbel von Walter
Pichler, elektronische Musik, Nippes-Salzstreuer von Barbara Beranek
und Frühstücksgeschirr von Eoos bis zum Automaten, der Pischinger-Ecken
und Pez-Zuckerlspender ausspuckt. Eine engagierte, undogmatische Auswahl, manchmal
etwas zu mutig, etwa wenn der Physiker Wolfgang Pauli als "Designer"
der Neutrinos bezeichnet wird. Unsichtbar sind diese Teilchen immerhin.
Wenigstens etwas, was sie mit Design gemein haben. Denn dieses gewohnte Schicksal erwartet wohl auch diese Schau. Die Präsentation im MAK-Keller wird mit den anderen Teilen von "Design Now Austria" hinter den Betonmauern des Arenbergpark-Flakturms landen, wo das MAK ein Schaulager einrichten will. Irgendwann. Überhaupt scheint Keller ein Synonym zu sein für Design-Ausstellungen in Wien - denkt man an die ebenfalls unterirdische "Designzone Looshaus", wo im Herbst wieder die Design-Staatspreisträger gezeigt werden. Mehr Licht verspricht das im Oktober im Quartier 21
(MQ) eröffnende "Designforum", initiiert vom Berufsverband "Design
Austria" und der "Österreichischen Designstiftung". Entstehen soll eine
Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Kreativszene, vertreten sein soll
alles von Grafik bis Experimentaldesign, Industriegüter, Möbel, Mode.
Und internationale Ausstellungen will man auch an Land, besser gesagt:
in die Hauptstadt ziehen. Um bedeutendere Wanderschauen wie "Living in
Motion" - 2004 im Kunsthaus Graz - vom Vitra Design Museum eine Wiener
Heimat zu geben, werden die 400 Quadratmeter (das ehemalige "Depot")
aber nicht reichen. |
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