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Heiter-entspannte Klarheit

Feldkirch-Festival wird von Klangobjekt- und Bilder-Ausstellung umrahmt.

ARIANE GRABHER

Feldkirch (VN) Als er ein Bub war, begegnete Harald Gfader den kybernetischen Objekten des Freiburger Künstlers Peter Vogel. Dass diese Faszination ungebrochen anhält, hat wohl damit zu tun, dass Gfaders eigene künstlerische Arbeit um ein ähnliches Thema kreist, wenn auch die Umsetzung eine völlig andere ist. Im Palais Liechtenstein fügen sich die Arbeiten beider Künstler nun zu einer äußerst harmonischen Schau, die vom Spiel und den Möglichkeiten lebt.

Jeder ist Komponist

Ausgehend von der Malerei und der Musik und angetrieben von dem Wunsch, zeitliche Vorgänge darstellbar zu machen, ist Peter Vogel (geboren 1937) der Elektronik verfallen. So entstehen seit den 70 er-Jahren filigrane kybernetische Objekte. Zusammengesetzt aus elektronischen Bauelementen reagieren die Licht- und Klangobjekte auf Bewegungen bzw. Geräusche mit Licht bzw. Ton. Interaktiv angelegt, existiert das Kunstwerk nur in Zusammenhang mit dem Betrachter und nur mit Bewegung im Raum. Was von der Struktur her determiniert und festgefügt ist, wird durch die Interaktion dem Zufall und der Flüchtigkeit von Tönen anheim gestellt, und so kann sich jeder Besucher seine eigene kleine minimalistische Hausmusik komponieren.

Was bei Peter Vogel viel Spaß macht und individuelle Klangerlebnisse erlaubt, stellt der Feldkircher Harald Gfader in seiner Malerei auf eine allgemeinere Ebene.

Ein neuer Gfader

Als Work in Progress, eingebettet in den Zyklus " Die Erfindung der Milchstraße" , wo Gfader bereits mit einem Soundtrack aus meditativem Erdton aufwartete, befasst sich der Künstler nun auch mit der Theorie des Klanges von Ernst Chladny. Mit der Visualisierung von Akustik im Medium Malerei kommt wieder einmal ein überraschender, neuer Gfader zum Vorschein. Nicht nur die brodelnden Oberflächen und Farben seiner Bilder haben sich beruhigt. Auch die eigenen Befindlichkeiten, die stets künstlerisches Thema waren, sind aus der Malerei verschwunden. Übergeordnete Themen, die Harmonie der Welt, kosmische Ordnung, halten den Diskurs weiterhin spannend und die Malerei auf hohem Niveau. Dass der Künstler quasi nicht mehr mit dem Kopf durchs Bild will, sorgt für heiter-entspannte Klarheit.

Die Ausstellung ist bis 6.Juni zu sehen. Öffnungszeiten bis 28. Mai, täglich 10 bis 12 und 15 bis 18, ab 29. Mai, Mittwoch bis Freitag, 16 bis 19, Samstag und Sonntag, 10 bis 13 Uhr.

Arbeiten von Harald Gfader und Peter Vogel fügen sich zu einer harmonischen Schau. (Fotos: A. Grabher)




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