Bilder einer verletzten Natur
GUDRUN WEINZIERLSalzburg (SN). Sie sind nach Grönland, in den Urwald, an die Steilküsten Südenglands, nach China oder in die Gletscherwelt der Alpen aufgebrochen, um Bilddokumente der Erderwärmung und -verschmutzung zu erstellen. 13 Künstler haben Fotografien als Zeitzeugen des Klimawandels gemacht, die in einer Ausstellung der Salzburger Galerie Ruzicska zu sehen sind.
Die Idee lieferte der 2008 erschienene Bildband „Verschwindende Landschaften“. Von den 21 im Buch präsentierten Fotografen sind in der Schau zwei Frauen und elf Männer vertreten. „Etwas von dem zu erspüren, zu begreifen und in Bildern festzuhalten, was in dieser Welt geschieht und Einfluss auf uns und kommende Generationen haben wird“: So beschreibt Olaf Otto Becker seine Motivation für Reisen in das arktische Eis. Von einem Schlauchboot aus hat er die Westküste Grönlands im Projekt „Broken Line“ dokumentiert und per GPS verortet. Diese punktgenaue geografische Bestimmung ist Beckers Einladung an künftige Betrachter, später einmal nachzusehen, wie sich diese Orte verändern.
Trügt Josef Hoflehners Idylle vom Wasserbüffel, der friedlich im chinesischen Li River steht? Chinas Umgang mit seinen Gewässern lässt auch beim Anblick eines ruhigen Flusses an mögliche nahende Zerstörung denken. Industrieverschmutzung gefährlichen Ausmaßes hat auch Edward Burtynsky in Ontario fotografiert: Seine „Nickel-Tailings“ sind ästhetische Aufnahmen einer verletzten Natur. Und in Giovanni Castells lyrischen Nachtaufnahmen lässt sich ebenfalls vom Menschen beeinflusste Landschaft ahnen. Die Ästhetik farbenprächtiger Blumen oder das Aufleuchten von Zweigen im Blitz ist als Eingriff des Menschen in die Natur zu sehen: Die Nachtruhe der Pflanzen wird von Grelligkeit gestört.Ausstellung bis 9. Jänner.www.ruzicska.com
