



Wien - Die Bundesmuseen - exklusive des Heeresgeschichtlichen Museums, inklusive der musealen Bereiche der Nationalbibliothek - kamen 2010 auf insgesamt 4,21 Millionen Besucher. Das Ergebnis des Jahres 2008 mit 4,26 Millionen wurde knapp nicht erreicht, im Vergleich zu 2009 mit 3,87 Millionen aber bedeutet dies eine Steigerung um 8,93 Prozent.
Der Grund für den Besucheranstieg ist in erster Linie der Gratiseintritt für Jugendliche bis zum 19. Lebensjahr, der seit 1. Jänner 2010 gewährt wird. 925.254 Schüler im Klassenverband kamen kostenlos ins Museum. Zwischen 2006 und 2008 waren im Durchschnitt pro Jahr nur 727.500 Eintritte der Gruppe U19 verzeichnet worden.
Um den Museen den Einnahmenentgang ersetzen zu können, hatte man 2009 die durchschnittliche Zahl der Besucher mit einem durchschnittlichen Eintrittspreis von vier Euro multipliziert. Das Kunsthistorische Museum erhielt daher 920.000 Euro (für 231.000 Besucher), die Albertina 330.000 Euro (für 84.000 Besucher) usw.
Ein Vergleich der Durchschnittszahlen 2006 bis 2008 und der Ergebnisse 2010 birgt Überraschungen. Das Mumok lockte trotz Gratiseintritts weniger Jugendliche an als in den Jahren davor: Statt der durchschnittlich 34.000 Besucher kamen nur deren 31.579. Die Gratisaktion war für das Mumok also ein Geschäft. Ähnlich verhält es sich beim KHM mit 225.751 U-19-Eintritten 2010.
Geradezu überrannt wurde hingegen das Belvedere. Der Durchschnittswert der Vergangenheit (62.000 Jugendliche) konnte mehr als verdoppelt werden: Man zählte 126.316 Besucher. Direktorin Agnes Husslein führt dies auf die engagierte Vermittlungsarbeit ihres Teams und die Prinz-Eugen-Ausstellung zurück, die "ein klassisches Schulthema" gewesen sei.
Starke Zuwächse im Vergleich zu den Durchschnittswerten gab es - erwartungsgemäß - auch im Naturhistorischen (225.751 U-19-Besucher) und im Technischen Museum Wien (176.662 U-19-Besucher). Das NHM registrierte insgesamt 527.744 Besucher, das TQW deren 327.401. Gegenüber 2009 bedeutet dies Steigerungen um respektable 34,58 beziehungsweise 9,82 Prozent.
Abgesehen vom Mumok mit einem Rückgang um 1,57 Prozent auf 237.528 Besucher konnten alle Kunstmuseen die Zahlen steigern: der KHM-Konzern um 4,66 Prozent auf 1,19 Millionen, das Belvedere um 7,96 Prozent auf 812.522, die Albertina um 4,91 Prozent auf 655.598 und das Mak um 3,87 Prozent auf 190.629. (Thomas Trenkler / DER STANDARD, Printausgabe, 3.2.2011)
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