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31.12.2005 - Kultur&Medien / Kultur News
Staatliche Mittel, nicht Steuergeld
Plakat-Skandal. MAK will Konvolut für Sammlung, ÖIAG bestätigt Sponsoring.

K
unstmarkt und Museen reagierten am Freitag prompt auf die skandal bedingte Prominenz der insgesamt zwei, Freitag in der Früh entfernten Plakatsujets der "Europart"-Aktion. Laut Sprecherin der verantwortlichen "25-Peaces"-Arbeitsgemeinschaft habe es Freitag bereits Anfragen in- und ausländischer Galerien gegeben. Peter Noever, Direktor des Museums für angewandte Kunst, teilte sein Interesse mit, das 150 Werke von 75 Künstlern umfassende Konvolut "lückenlos" in die Sammlung des Hauses integrieren zu wollen. Ein Wunsch, der wohl in Erfüllung gehen wird: Laut "25-Peaces"-Mitverantwortlichem Eberhard Schrempf werde man dem MAK ein Gesamtset zur Archivierung zur Verfügung stellen.

Die vom Bundeskanzleramt (BKA) gestiftete Verwirrung um die zusätzliche 500.000-Euro-Förderung der Plakataktion hat sich Freitag nach mehrfachen Dementis beider Seiten vorerst einmal gelegt. Die ÖIAG bestätigte schließlich doch die Darstellung des Kanzleramtes, dass das BKA nur als "Durchlaufstelle" für die Mittel der staatlichen Industrieholding diente. Die ÖIAG habe der Regierung die Unterstützung des Projekts über den Umweg der Bundesdividende zugesagt. Wegen des fehlenden "inhaltlichen Zusammenhangs" wollte man nicht direkt als Sponsor auftreten - und habe daher die Erhöhung der Dividende für diesen Zweck vereinbart. Eine Erhöhung wird von der ÖIAG-Hauptversammlung festgelegt, die aus einer Person besteht: Finanzminister Karl-Heinz Grasser.

Das BKA fühlte sich so in seiner Aussage, die Plakat-Aktion sei nicht mit "Steuergeldern" gefördert worden, bestätigt. Es handle sich aber sehr wohl um "staatliche Budgetmittel". Die SPÖ hatte am Donnerstag das von "25 Peaces" und BKA unterzeichnete Förderansuchen vorgelegt.

Insgesamt erhielt die von Bundestheater-Holding und "Culture Industries Austria" (Schrempf) gegründete "Arge Projekt 5 Plus - 25 Peaces" Subventionen von 1,5 Mio. Euro. Die Arbeitsteilung der Arge besteht darin, dass sich die Bundestheater-Holding (vertreten durch Georg Springer) um das Controlling und die Verwaltung der Finanzen kümmert, Schrempfs Firma um die Produktion und Realisierung der Projekte. sp

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