Österr. Galerie: Neuerliche Rechnungshof-Kritik

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Um die Umsetzung seiner Empfehlungen für die Österreichische Galerie, die in einem Bericht vom März 2000 festgehalten wurden, zu kontrollieren, hat der Rechnungshof im Mai 2001 einen weiteren Bericht über die Anfang 2000 ausgegliederte Institution erstellt.

Nach einem Einblick in den "Rohbericht" berichtet die Tageszeitung Der Standard in ihrer Donnerstagsausgabe von neuen, "nicht minder massiven Kritikpunkten", die sich zu den bekannten (Mängel im Rechnungswesen und in der Ablauforganisation) hinzugesellen.

Bezüge Frodls

Für den Rechnungshof sei "nicht nachvollziehbar", warum die Bezüge des (entgegen den Rechnungshof-Empfehlungen zweier gleichberechtigter Geschäftsführer immer noch alleinigen) Direktors der Österreichischen Galerie, Gerbert Frodl, mit Jahresbeginn 2000 "verdoppelt" worden seien, obwohl sich Art und Umfang der Tätigkeit "kaum" geändert haben.

Frodl verweist im "Standard" darauf, dass die Höhe seines Gehalts (135.500 Euro/1,86 Mill. S) vom Finanzministerium vorgeschlagen worden sei. Dass Frodl und darüber hinaus, nach Frodls Angaben, "alle Beamten" 1999 und 2000 eine weihnachtliche Geldaushilfe in der Höhe von 1.000 Schilling (72,67 Euro) erhielten, die eigentlich für Personen vorgesehen ist, die unverschuldet in Not geraten sind, sei ein "Automatismus" gewesen, den Frodl bedauere und "inzwischen abgeschafft" habe.

270 Werke fehlen

Laut Rechnungshof-Bericht fehlen weiter 270 Werke aus den Beständen der Österreichischen Galerie, darunter die 52 Blätter der 1912 erfolgten Schenkung des Modeschöpfers Paul Poiret mit Blättern von Egon Schiele. Dass 1999 und 2000 kaum Kunstwerke angekauft wurden, sei "aus Vorsicht" geschehen, meinte Frodl.

Weiters kritisierte der Rechnungshof den Leihvertrag über das Beethovenfries von Gustav Klimt zwischen Österreichischer Galerie und der Secession als "ungünstig", da die Leihgebühr nur 12.354 Euro betrage, die Eintrittsgelder der Secession jedoch 160.000 Euro brächten. Außerdem moniert wurden die Anhebung der ausgezahlten Prämien um das Sechsfache im ersten Jahr nach der Ausgliederung und Ungereimtheiten in der Buchführung, die Frodl mit der Umstellung auf ein neues Computersystem entschuldigte.

Einnahmen-Problematik

Frodl bestätigte, dass die Einnahmen aus dem Verleih von Audio-Guides geringer seien als die Lizenzgebühren, die für diese zu entrichten seien, und dass manche Kataloge "liegen bleiben". So seien von einem Katalog nur zwei Prozent der Auflage verkauft worden, was einem Deckungsgrad von 1,1 Prozent entspricht. Positiv vermerkte der Rechnungshof die Zuwächse bei Besuchern (1998: 379.786, 2000: 496.649) und bei Einnahmen pro Besucher (von 2,6 auf 5,2 Euro).
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