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Immendorff mit Lähmungserscheinungen - "Ich arbeite weiter" Der Düsseldorfer Maler und Künstler Jörg Immendorff leidet an Lähmungserscheinungen an seinem linken Arm. Düsseldorf (APA) - "Seit längerer Zeit leide ich daran, arbeite aber seit zwei Jahren mit rechts", sagte Immendorff der dpa. Zeitungsberichte, es handele sich um die unheilbare Krankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) wollte der Künstler nicht bestätigen. Die Krankheit zerstört Nervenzellen im Rückgrat und lähmt nacheinander alle Muskeln im Körper, verschont jedoch das Hirn. Der Mensch wird zum Gefangenen im eigenen Körper. An dieser Krankheit leidet unter anderem der britische Physiker Stephen Hawking.In der neuen Ausgabe der "Bunten" erklärte der 57 Jahre alte Künstler: "Es ist nicht schön, sich als Maler vorzustellen, dass die Arme nicht mehr funktionieren." Er werde solange arbeiten, wie er könne. "Und wenn ich nicht mehr malen kann, werde ich denkerisch und emotional etwas zum Ausdruck bringen. Man hört ja nicht auf, Künstler zu sein, wenn man krank ist." Immendorff gehört zu den international bekanntesten deutschen Künstlern. Geboren 1945 in Niedersachsen, wurde er in den 60er Jahren Student bei Joseph Beuys an der Düsseldorfer Kunstakademie, engagierte sich politisch und nannte ein Bild ironisch "Hört auf zu malen!". Kurz darauf wurde er von der Düsseldorfer Kunstakademie verwiesen. Seine bedeutendste Arbeit ist der stark farbig, expressive und von großen Menschenfiguren dominierte Bilderzyklus "Café Deutschland", den er im Jahre 1978 begann. Zentrales Thema des Künstlers war die deutsche Teilung und deren Folgen. Immendorff wurde Mitbegründer der Malerbewegung der "Jungen Wilden" in den 1970er Jahren und gehörte weiter zum Beuys-Umkreis. In Hamburg und Düsseldorf eröffnete er Szene-Kneipen. Heute gehört Immendorff zu den bekanntesten Malern Deutschlands. Er schuf Bühnenbilder und porträtierte Bundeskanzler Gerhard Schröder, der ihn auf Auslandsreisen mitnahm. Mit seinen aktuellen Arbeiten geht der 57-Jährige ins Surrealistische, kleine Figuren dominieren, und mit seinem Maleraffen-Motiv (Schimpanse mit Pinsel) ironisiert er oft das Künstlergewerbe. Er lehnt es jetzt ab, in seinen Bildern Geschichten darzustellen. Aufsehen erregte 1999 seine riesige Bronze- Plastik in Baumgestalt für die Stadt Riesa. Seine erste große Retrospektive hatte er erst 1996 im Kunstmuseum Wolfsburg, in den 80ern nahm er Teil an der documenta in Kassel. Immendorff ist Träger des mit 250.000 US-Dollar (rund 218.000 Euro) weltweit höchst dotierten Kunstpreises, dem Marco-Polo-Preis aus Mexiko. 2003-05-15 15:38:33 |