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| 19.09.2005 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
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Nexus.art.consulting: Clear Erst unlängst wurde das Geheimnis um das Entstehungsdatum eines der berühmtesten Bilder der Naturfotografie gelüftet: "Autumn Moon, the High Sierra from Glacier Point" von Ansel Adams, dem klassischen SW-Landschaftsfotografen schlechthin, war bislang allgemein auf Ende der 1940er datiert worden. Jetzt erforschten US-Astronomen, dass Adams exakt am 15.9. 1948 um 7.03 Uhr auf den Auslöser gedrückt hatte. Adams theoretische und technische Erkenntnisse nimmt nun der in New York ansässige Österreicher Mathias Kessler (*1968) in seinen jüngsten Arbeiten der Serie "secluded nights" (990-2980 €) zum Ausgangspunkt für seine Entdeckungsreisen in das Medium. Der steirische Erzberg, die mexikanischen Careyes Inseln, die gigantischen Felsformationen von La Huasteca: Orte fern der Zivilisation, fern von deren Schmutz. Orte, die _ das wusste Adams schon _ bei klarer Sicht enorme Detailschärfe garantieren. Nur nicht in der Dunkelheit, so dachte er. Genau hier setzt Kessler an, macht die Nacht zum idealen Zeitraum für den idealen Shot und entfaltet sich dabei als gekonnter Licht-Dramaturg. 200.000-Watt-Spots kommen kilometerweit entfernt zum Einsatz, lassen die Strukturen der Felsformationen grafisch hervortreten. Jedes Detail von Sträuchern, Verästelungen, Grashalmen bleibt scharf. Kesslers Landschaften lassen den Betrachter über den Standort im Unklaren, machen klar, wie trügerisch die menschliche Wahrnehmung sein kann: So scharf wie Kesslers Kamera sieht eben kein Auge. (Bis 15.10., Hollandstr. 7, Wien 2) Lisa Ruyter: Cool Nikola Tesla ist als Entdecker für manche zum Mythos geworden und hätte seine Freude an Herwig Weiser gehabt, träumte er doch von der Nutzung eines unbegrenzten Vorrats von Energie. Weiser (*1969) transformiert den White Cube zum wummernden Techno-Dome, recycled Computerschrott zu dynamischen Material- und Klangstrukturen, aktiviert, wie im Kernstück dieser Schau, in einer transparenten Röhre metallene Granulate durch Magnete zur ornamentalen Formation und erzeugt damit eine Art technoide Ur-Situation. Wenn Christian Morgenstern mit seinem Album "Death Before Disco", titelgebend für die Schau, gekonnt den Klangraum auszufüllen weiß, versteht es Weiser, das entsprechende visuelle Analogum zu erschaffen. Selten finden sich Kunst und Popkultur derart genial miteinander verkoppelt. Dennoch: Music rules! Dementsprechend mutiert auch im Experimentalvideo "Entrée" aus 1999 (10.000 €) ein leeres Kino zum tanzenden Organismus. (Bis 29.10, Wiedner Hauptstr. 23-25, Wien 4) Manisha Jothady |
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