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Der Standpunkt: Noch ist der Ruf nicht ruiniert

18.12.2007 | SN

Ein Leitbild ist wie eine Wegbeleuchtung, die die Richtung vorgibt: Es definiert das Selbstverständnis und legt langfristige Strategien fest. Die Überprüfung eines Leitbildes müsste also unbedingt Chefsache sein.

Doch die Stadt Salzburg ließ ihr Kulturleitbild aus dem Jahr 2001 erstmals überprüfen (siehe Seite 8), und der Bürgermeister sagte dazu nichts. Vielleicht hat es Heinz Schaden nicht so gemeint, aber für die an Kulturpolitik Interessierten entsteht so der Eindruck: Kultur ist in der Landeshauptstadt keine Chefsache.

In der Vorwoche nahm Othmar Raus Abschied von der Politik. Immerhin war er 23 Jahre lang nicht nur in der Landesregierung, sondern als Regierungsmitglied auch für Kultur zuständig. Doch in seiner Abschiedsrede - zugleich Budgetrede - war weder im Rückblick auf die 23 Jahre noch in der finanziellen Vorschau auf 2008 die Kunst oder die Kultur das, was zu solchen Anlässen "politischer Schwerpunkt" genannt wird. Neben Spitalsfinanzierung, Verkehrsplanung und Sozialpolitik werden Kunst und Kultur offenbar nicht einmal ignoriert.

Das Sprichwort lautet: "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert." So lange Salzburgs Ruf als Kulturstadt und Kulturland noch nicht ruiniert ist, sollten Spitzenpolitiker nicht derart ungeniert auf Kultur vergessen dürfen.

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