04.02.2003 11:03
Ausstellung zum 75er
Hrdlicka in
Halbturn
Eisenstadt - Das Infeld - Haus der Kultur im
burgenländischen Halbturn widmet Alfred Hrdlicka aus Anlass seines 75.
Geburtstages eine besondere Ausstellung. Vom 15. Februar bis 21. April werden
ausgewählte Zeichnungen, Skulpturen, Ölbilder und Grafiken aus der
Privatsammlung von Peter Infeld, der dem Künstler seit Jahrzehnten
freundschaftlich verbunden ist, und Leihgaben der Galerie Ernst Hilger gezeigt.
Die Eröffnung findet am 14. Februar (19 Uhr) statt.
Der Unternehmer Peter
Infeld sammelt seit mehr als 30 Jahren Werke von Alfred Hrdlicka. Druckgrafiken
stehen im Mittelpunkt seiner Privatsammlung, aber mit der Zeit haben auch
Skulpturen, Ölbilder und Zeichnungen die Sammlung bereichert. "Meine Begegnung
mit Alfred Hrdlicka fand schon sehr früh statt, und die Faszination seiner Werke
ging von der Druckgrafik aus. Er beherrscht wie keiner dieses Metier mit Ätzung,
Kaltnadel und Aquantinta in Kombination mit seiner ungeheuer wuchtigen
Handschaft", sagt Infeld. "Punktuell gesehen hat er mir das Auge für eine Art
des künstlerischen Klarmachens geöffnet."
Der
Mensch
Im Zentrum von Hrdlickas Kunst stand und steht immer
der Mensch - leidend, gequält und geschunden. Hrdlickas Schaffen, das von
psychischer und physischer Exzessivität gekennzeichnet ist, zeigt die
menschliche Figur künstlerisch in Extremzuständen des Leids. Gleichzeitig
analysiert der Künstler Formen menschlicher Sexualität, die bei ihm zu nicht
minder drastischen Bildern führen. "Meine Kunst bildet den Menschen ab",
formuliert Hrdlicka sein Credo.
Alfred Hrdlicka, am 27. Februar 1928
geboren, studiert von 1946 bis 1952 Malerei und Druckgrafik an der Akademie der
Bildenden Künste bei Alfred Paris Gütersloh und Josef Dobrowsky in Wien. Danach
widmete er sich dem Studium der Bildhauerei bei Fritz Wotruba. Bereits 1964
vertrat Hrdlicka gemeinsam mit Herbert Boeckl Österreich bei der Biennale in
Venedig. Es folgten zahlreiche Ausstellungen im In- und
Ausland.
(APA)