Mailath-Pokorny bezichtigte die FPÖ, als „Werbeagentur für diesen Skandal“ zu agieren. Dabei gelte abermals zu betonen: „Dieser Teil der Ausstellung erhält kein öffentliches Geld.“ Insofern sei eine etwaige Rückforderung logischerweise auch nicht möglich. Man solle in der Debatte eine größere Gelassenheit an den Tag legen, hielt Mailath-Pokorny einer offenen, liberalen Kulturmetropole die Stange.
Die Freiheitlichen brachten eine Dringliche Anfrage unter dem Titel „Gruppensex in der Secession“ auf die Tagesordnung des Gemeinderats. Dort kritisiert die FPÖ die „erotischen Turnübungen“ und den Umstand, dass eine ehrwürdige Kunsteinrichtung „in einen Tempel der Lust (inklusive Sadomaso-Kammer)“ umgewandelt werde.
Der grüne Gemeinderat Schreuder amüsierte sich über die Aufregung - zumal genau dies der Künstler beabsichtigt habe: „Ich finde es schön, dass wir hier für mehrere Stunden Teil eines Kunstprojekts sind.“
Auslöser der Aufregung ist die seit vergangenem Wochenende laufende Ausstellung von Christoph Büchel in der Secession: Der Schweizer Künstler bespielt das Untergeschoß mit einem Swingerclub. Tagsüber werden jene Besucher, die sich für das dortige Beethovenfries interessieren, durch die leeren Räumlichkeiten geschickt. Die öffentliche Erregung ist dabei durchaus intendiert: Büchel spielt auf jenen Aufruhr an, den Gustav Klimt einst mit seinem Beethovenfries ausgelöst hatte.
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