Wien
(VN-RW) Das Kunsthistorische Museum und die Galerie Hilger
fungieren als gemeinsamer Veranstalter einer großen
Alfred-Hrdlicka-Ausstellung, die in den Räumlichkeiten des Palais
Harrach stattfindet und die von Peter Baum, dem Leiter der Neuen
Galerie Linz, kuratiert wurde.
Peter Baum standen Werke zur Verfügung, die sich in fünf Wiener
Privatsammlungen finden - darunter in jener von Ernst Hilger selbst,
der nicht nur seit mehr als zwei Jahrzehnten mit Hrdlicka-Werken
handelt, sondern sie auch selbst sammelt. "Ich konnte aus etwa dem
Fünffachen an Graphiken und dem Doppelten an Bronzen wählen", sagt
Peter Baum, der nur die Steinarbeiten ausklammern musste: "Erstens
befinden sich diese nicht in Privatsammlungen, und zweitens hätten
sie die Tragfähigkeit des ersten Stocks vermutlich überstrapaziert .
. ."
Zu sehen sind nun, in 14 Räumen unterschiedlichster Natur,
großzügig arrangiert und immer auf den Charakter des Raums bezogen,
an die 200 Hrdlicka-Werke aller Art, darunter eindrucksvolle
Großbronzen (wie der "Boxer"), gewaltige Torsi, aber auch viele
Kleinbronzen (darunter Darstellungen aus Wagners "Ring des
Nibelungen", den Hrdlicka 2001 in Meiningen ausgestattet hat).
Verwandt mit Kokoschka
Ob großformatige Reiter- und Pferdebilder, ob der
kleinformatige Pasolini-Zyklus, ob Schubert oder Historisches
("1848"), die aus allen Schaffensperioden des Künstlers stammenden
Werke zeigen eine große Einheitlichkeit seiner Formensprache, ein zu
sich selbst und seiner Eigenart entschlossener Künstler.
Dass er hierin (und entfernt auch im Stilistischen) Kokoschka
verwandt ist, betont die Ausstellung in einem kleinen
Kokoschka-Schwerpunkt - Hrdlicka hat nicht nur den Kopf des
Künstlers modelliert, sondern auch sich und Kokoschka in einer
Graphik als eine Art "siamesischer Zwillinge" gestaltet, zwei
Gesichter, ein gemeinsamer Kopf . . . Geöffnet bis 28. Februar.