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Silvia Nagl
Mehr als 3000 Einreichungen
20. Auflage des weltweit wichtigsten Medienkunst-Wettbewerbes, des Prix Ars Electronica: Aus 3177 Einreichungen (2005: 2975) aus 71 Ländern wurden nun die Sieger gekürt.

Aus den USA, aus Japan und den europäischen Industriestaaten kommen naturgemäß die meisten Einreichungen, heuer waren aber auch Länder wie Aserbaidschan, Thailand, Nigeria, Costa Rica oder Ecuador dabei. Von 27. bis 30. April tagten internationale Experten in Linz. Innerhalb von sieben Kategorien galt es die Sieger zu ermitteln: Sechs Goldene Nicas und 12 Auszeichnungen werden vergeben, 73 Anerkennungen ausgesprochen. "Die Interaktivität hat sich als Kulturtechnik endgültig durchgesetzt", sagt Christine Schöpf, die seit 1996 gemeinsam mit Gerfried Stocker das Prix-Direktorium bildet. Stocker stellt heuer "ein vermehrtes gesellschaftliches und politisches Engagement von Medienkünstlern" fest. Und auch Satire und Ironie werden als Gestaltungsmittel vermehrt eingesetzt.

Arbeitswelt mit Lego

Das Siegerprojekt des u19-freestyle computing Jugendwettbewerbs kommt aus Linz: Alexander Niederklapfer, David und Magdalena Wurm und Ehrentraud Hager (zwischen 13 und 15 Jahren) haben mit dem 13-minütigen Animationsfilm "Abenteuer Arbeitsweg" die Jury beeindruckt (insgesamt 691 Einreichungen). Mit vielen Details, Tricks, Stop-Motion, Geräuschkulissen und insgesamt 5224 verwendeten Fotos hat das Schüler-Quartett (Fadingerschule, Kreuzschwesternschule und Petrinum) den Arbeitsweg eines Lego-Männchens zum Inhalt gemacht. Gearbeitet wurde zwei Jahre lang - und darauf legen die Vier Wert - "neben der Schule, an Wochenenden und in den Ferien".

Die weiteren Nica-Gewinner:

• Computeranimation / Visual Effects: "458nm" von Ilija Brunck, Tom Weber und Jan Blitzer von der Filmakademie Baden Württemberg mit ungewöhnlicher Dramaturgie und Lichteffekten.

• Digital Musics: Klangpionierin und Musik-Ikone Eliane Radigue (74) für ihr kontemplatives Werk "L'îIe resonante".

• Interaktive Kunst: die Installation "The Messenger" von Paul DeMarinis beschäftigt sich mit den Zusammenhängen zwischen Elektrizität und Demokratie.

• Net Vision: "The Road Movie" der japanischen Künstlergruppe exonemo.

• Digital Communities: "canal*ACCESSIBLE", 40 Personen dokumentieren auf einer Webseite, wo es in Barcelona Barrieren für Behinderte gibt.

• the next idea (für Kreative unter 27): Das Projekt "Aquaplay" des Inders Himanshu Khatri (23) wird während eines dreimonatigen Stipendiums im Ars Electronica FutureLab in Linz realisiert.

Die Preisverleihung erfolgt während des Festivals Ars Electronica ("Simplicity - the art of complexity" vom 31. August bis 5. September) in Linz.

Info: http://www.aec.at/

OÖnachrichten vom 24.05.2006
 
   



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