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| 08.05.2001 14:11 MEZ |
"Film ist viel dynamischer als
andere Kunstformen" Die
neue Kunsthalle präsentiert Kameraexperimente von Steve McQueen
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Wien - Dem britischen Künstler Steve McQueen
widmet die Kunsthalle Wien die erste Ausstellung in ihrem neuen Haus im
Museumsquartier (Halle 3). Noch vor der offiziellen Eröffnung am 11. Juni
mit der Schau "Eine barocke Party" (in der großen Halle 1) - und noch
während an allen Ecken Bauarbeiten stattfinden und Zulieferwagen einander
in den Höfen blockieren, wo erst ein Teil der Bodenplatten gelegt ist.
blue collar-Statement
Steve McQueen, 1969 in London geboren, ist mit zwölf kurzen Kunstfilmen und einer Reihe von Fotografien und Skulpturen im vergangenen Jahrzehnt zu einer Kultfigur geworden, war Teilnehmer der Dokumenta X in Kassel und wurde 1999 mit dem renommierten Turner Prize ausgezeichnet. Von der Londoner Kunstszene, der jungen Brit Art, mit deren Vertretern er gemeinsam am Goldsmith`s College studiert hat, hält sich der heute in Amsterdam lebende Künstler abseits. Der blaue Arbeitsanzug, in dem der schwarze Künstler am Dienstag zur Pressebesichtigung der Ausstellung kam, war da wohl nicht in Anspielung auf die Baustelle gewählt, sondern eine Art blue collar-Statement. Zwei der vier Rauminstallationen der Wiener Ausstellung funktionieren allerdings zur Eröffnung der Schau nicht, da die Projektoren streiken und erst technisch forcierte Dreilinsenprojektoren aus London kommen müssen. Die Geräte der gewiss nicht schlecht ausgerüsteten Kunsthalle reichten für eine Schwarz-weiss-Projektion offenbar nicht: in seinen exakt durchkalkulierten Installationen überläßt der Künstler nichts dem Zufall, da ist die Wirkung der Bilder auf die Körper der Betrachter, die sich durch den Raum bewegen, wohl berechnet. Klassiker der Videoästhetik "Bear" (1993) gilt inzwischen als Klassiker. Es ist eine Kamerabetrachtung (schwarz-weiß) zweier nackter Männer, die einander tänzerisch umkreisen, wobei es in Schwebe bleibt, ob dies in kämpferisch aggressiver Absicht geschieht oder in libidinöser Annäherung. "Girls Tricky" ist die jüngste Arbeit von Steve McQueen, in der dem britischen Popmusiker Tricky bei einer Plattenaufnahme-Session auf den Leib gerückt wird - jenseits und gegen jedwede Videoclip-Ästhetik, wie aus dem Katalog zur Schau nachgelesen werden kann, solange die Projektoren nicht funktionieren. Ein Schaden der in zwei Tagen behoben sein wird, wie Kunsthallen-Direktor Gerald Matt betonte. Für "Drumroll" (1998) hat Steve McQueen drei Kameras auf ein Ölfass montiert, das er durch Midtown Manhattan rollen ließ. Die drei Aufnahmen die parallel als Monumentales Triptychon auf 12 Meter breiter Leinwand laufen - zum Originalsound aus Ölfassgeklapper und Straßenlärm - greifen den Betrachter in der Tat physisch direkt an: nur absolut ringelspieltrainierte Besucher dürften die 22 Minuten langen rasenden Triple-Drehungen ohne Schwindelgefühle im Kopf und sich drehenden Magen durchstehen. "Current" ist dagegen eine Diaprojektion von geheimnisvoller Langsamkeit und malerischen Reizen. Bilder eines Flusses in dem ein Fahrrad liegt, dessen Umrisse durch den Wellengang sich verändern. (APA) | |||||||||

STEALING
EYEBALLS