Glaube an die Bild-Botschaft
Die Galerie Art House in Dornbirn präsentiert den Maler Albert Merz.
und sie jenseits
sinnentleerter Chiffren über jede formale Spielerei erhebt. Geprägt vom
Glaube an die Botschaft eines jeden Bildes sind sie als Lebenszeichen
untrennbar mit dem Leben des Künstlers verhaftet, aber auch
allgemeingültig zu interpretieren. Als Merz im
Zeichen seines künstlerischen Aufbruchs die Schweiz verließ, um sich
1980 in Berlin niederzulassen, brannten die Häuser in seinen Bildern
und die Berge verwandelten sich in Vulkane. Mittlerweile hat sich die
Formensprache im Austausch zwischen der grüblerischen Dornbirn (VN-ag)
Albert Merz ist nach eigenen Aussagen ein Spätzünder in Sachen Kunst
und einer mit der für seine Generation typisch schweizerischen
Karriere. In der Dornbirner Galerie Art House zeigt der Maler einen
Überblick über das Schaffen der letzten Jahre. "Zeichen setzen", so der
Titel, verweist auf die Aussage, die den Werken des Künstlers stets
innewohnt Innerschweizer Symbolik, die der Künstler als heimatlichen
Fundus in sich trägt, und der Großstadt beruhigt. Doch einige starke
Metaphern und archetypische Formen, wie jene des Gefäßes, sind
geblieben. Zu ihnen gesellen sich in den jüngsten Werken aufcollagierte
Papiere, die als äußerste Reduktion von Form nur noch auf die Idee von
etwas verweisen. Formen, zeitlos gegenwärtig, erkennbar, erahnbar,
Gefäße, Blätter, bilden vor einem häufig monochromen Hintergrund ein
vieldeutig zu besetzendes Netzwerk. Duales Prinzip
Entsprechungen und
Gegensätze, vor allem aber die Grauzone dazwischen, sind ein
wesentliches Element und permanentes Thema Merz'scher Bildfindung. Auf
die äußere Gestalt der Malerei übertragen, resultieren daraus häufig
Diptychen, wie der Künstler überhaupt im dualen Prinzip eine
Grundstruktur unserer Existenz ortet. Ziel ist nie das Auflösen der
Polaritäten, sondern der Austausch dazwischen. In den Bildern gerät
dieser zu einem Balanceakt von Zeichnen und Bezeichnen, der den
Assoziationsrahmen offen hält und dem Betrachter alle Möglichkeiten
lässt, ohne dabei beliebig zu sein. Die Ausstellung
in der Galerie Art House in Dornbirn (Dr.-Waibel-Straße) dauert bis 25.
Juni, geöffnet Mo bis Fr, 9 bis 12 und 14 bis 18, Sa 9 bis 12 Uhr. ZUR PERSON
Künstler Albert Merz
Geboren: 1962 in
Unterägeri, Schweiz Ausbildung: Schule für Gestaltung Luzern,
Hochschule der Künste Berlin Laufbahn: zahlreiche Ausstellungen, Kunst
am Bau, Projekte im öffentlichen Raum Wohnort: Berlin Arbeit von Albert Merz. (Foto: ag)
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