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| 21.11.2005 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Andreas Huber: Geistreich - Hilger Contemporary: Witzlos | ||
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Unter dem Titel "Sachlichkeit" zeigt Florian Schmidt
(*1980), dass die Malerei ihre Stimme noch längst nicht verstummen hat
lassen. Der in Wien lebende Künstler scheint sich dabei des aktuellen
Hypes um das Medium ebenso bewusst wie dessen jahrhundertelanger
Tradition. Malerei hat sich im Laufe der medialen Evolution stets als
äußerst anpassungsfähig erwiesen, hat es mit allem Sichtbaren und
Unsichtbaren aufgenommen. Florian Schmidt agiert im Wissen um diese
Vorbilder. Konkret nähert er sich in dieser Ausstellung formal der
klassischen Moderne an, allen voran dem Kubismus. Doch nicht dem Zitat hat
er sich verschrieben. Vielmehr prüft er das vorhandene visuelle Repertoire
auf seine Tauglichkeit im Hier und Jetzt (1000-4700 €). Hinterfragen,
Innehalten und Abwägen sind als künstlerische Prozesse dabei ebenso ins
Bild gerückt wie die Grundsatzfrage schlechthin: Inwieweit kann ein Bild
überhaupt Ergebnis zufälliger oder automatischer Vorgänge sein? (bis
23. 12., Capistrang. 3, Wien 6) Hilger Contemporary: WitzlosDer Hamburger Olav Westphalen (*1963) hat sich bereits
als Mitglied des Cartoonisten-Kollektivs "Rattelschneck' einen Namen
gemacht, zu dessen bekanntester Figur wohl das sprechende
Fleischsalat-Brot "Stulli" avancierte. Dass der grobe Humor, der sich in
Satire-Organen so bewährt, auch für den Kunstbetrieb taugt, hat er schon
mehrmals bewiesen. Die Tuschezeichnungen des mittlerweile in New York
angesiedelten Künstlers machen, dem Begleittext der Schau folgend, sowohl
seine Zuneigung zu Amerika wie auch Kritik daran deutlich. Seine Bilder
zeigen Identität, Konventionen und Normalität als Abgründe auf. So benützt
er Gedenktafeln am Walden Pond ebenso wie eine Hütte in der Wildnis, um
auf die unheimliche Kehrseite der US-Gesellschaft hinzuweisen. Die Baracke
könnte das Zuhause von Henry David Thoreaus Walden sein, aber auch die
Unterkunft des Unabombers. In Arbeiten wie dieser sind kulturelle Bezüge,
Realität und Fiktion feinsinnig verquickt. Der Rest aber: plumpe Kalauer
und öde political incorrectness. Titel wie "Brooklyn Blowjob', "African
with Snowmen' sprechen für mangelnde Subtilität (2300-9500 €). Wer Humor
unterhalb der Gürtellinie mag, wird an dieser Schau Gefallen finden. (bis
3. 12., Dorotheerg. 5, Wien 1) Manisha Jothady |
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