Eine Ausstellung von Hannes Schwarz lockt in die Galerie Artmark in
Spital am Pyhrn: Schon beim Eintritt in den ersten Raum ist der
Betrachter gefordert, die Nahsicht mit der Fernsicht in Einklang zu
bringen. Während im schmalen Entree die Bilder eine mittelbare Schärfe
und Detailgenauigkeit offenbaren, sind jene im dritten und letzten Raum
- durch achsengleiche Durchbrüche - entweder als Ausschnitte oder
komplexe Ganzheiten zu erkennen.
Surreale Betroffenheit
Diese
räumliche Vorgabe schafft Voraussetzungen, die notwendig sind, um Werke
jener Künstler zur Geltung zu bringen, die eine Gratwanderung
betreiben, zwischen sublimem Realismus und surrealer Betroffenheit.
Hannes Schwarz ist einer davon und weiß seit Jahren die inszenierbaren
Vorzüge dieser Galerie zu nutzen. Mit ausgewählten Arbeiten aus seinen
wichtigsten Schaffensphasen zeigt der aus Weiz/Steiermark gebürtige
Künstler die vielgestalte Aufarbeitung prägender, traumatischer und
geistiger Ereignisse. Dabei öffnet er fast unbemerkt die honigsüße
Falle ästhetischer Zugangsweise.
Beängstigend präzise
Der
erste Blick auf seine Bilder ist fast immer ergriffen von der Klarheit
des Aufbaues, von der Ausgewogenheit der Formen und von der Subtilität
der Farbigkeit. Erst im verharrenden Wahrnehmen tritt der Inhalt seiner
Werke in den Vordergrund: bedrohlich-verzehrende Frauenfiguren,
skelettierte Figuren in minimalistischen Bettgestellen, weiße Tücher,
beängstigend präzise über einen Sockel gelegt, Details von Fahnen, in
die monochrome Unendlichkeit des Bildraumes reichend ...
Info: Galerie Artmark: "Hannes Schwarz - Malerei und Graphik", bis 28. Mai 2007. Fr, Sa, So 17 - 19.30 Uhr.
vom 25.04.2007 |