
Ropac, der Warhol persönlich kannte, die erste Warhol-Ausstellung in Salzburg "The most important Jews of the 20th Century" organisierte und seither mit der Nachlass-Verwaltung der Warhol-Foundation eng kooperiert, sprach im APA-Interview von gewaltigem Kaufinteresse: "Natürlich, nach Warhols Arbeiten auf Leinwand Anfang der neunziger Jahre und den Collagen zehn Jahre später sind jetzt die Papierarbeiten an der Reihe, die dem Testament Warhols entsprechend verkauft werden sollen. Dann aber ist Schluss, dann wird sich die Nachlassverwaltung auflösen und echte Warhols werden nur noch vereinzelt bei Auktionen zu haben sein", so der Galerist.
Ab 10.000 Euro
Einige der 26 Siebdrucke, besonders jene aus den Jahren 1980 bis 1983 waren ab 10.000 Euro zu haben, aber die ältesten Arbeiten, die drei zusammengehörenden Schwarz-Weiß-Blumen aus dem Jahr 1964, Warhols künstlerisch radikalstem und wichtigstem Jahr, kosteten 300.000 Euro pro Bild. Und das nur für Käufer der gesamten Dreierserie. "Natürlich ist das teuer für Siebdrucke. Aber wenn man bedenkt, dass die Leinwand-Arbeiten vor 15 Jahren 500.000 Euro gekostet haben und jetzt fünf Millionen Euro wert sind, dann relativiert sich dieser Preis." Im Übrigen, so betonte der Galerist, kommt drei Viertel des Gesamterlöses laut Warhol-Testament der Förderung junger Künstler zu Gute.
Das Motiv der Blume begleitete Warhol mehr als 30 Jahre lang. Er brachte die Blume mit der amerikanischen Popart und in Folge mit der Flower-Power-Bewegung in Verbindung und leitete damit eine Renaissance dieses Motives in der bildenden Kunst ein. Immer sind Fotos die Grundlage von Warhols Siebdrucken, die er gelegentlich mit Wachskreiden überarbeitet hat. Exemplare aus dieser langen Motivserie sind in so gut wie allen bedeutenden Museen der Welt vertreten und gehören zu den "kultigsten" Werken der Pop-Art-Ikone. (APA)