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09.12.2003 - Kultur&Medien / Ausstellung
Kritik Kunstraum Palais Porcia: Neoklassizismen nach de Chirico
Im Wiener Palais Porcia wird man in wenig bekanntes Kapitel historisierender Malerei in Europa eingeführt: La Pittura Ritrovata - Die wiedergefundene Malerei.

D
er Kurator Arnaldo Romani Brizzi hat sich auf die Suche gemacht, um ein Spektrum an internationa len Beiträgen, vom "Kernland" Italien ausgehend, zusammenzutragen, um das Phänomen des scheinbar an vielen Orten auftretenden Revival der Pittura Metafisica zu manifestieren.

Bereits in den späten siebziger Jahren ist in Italien eine malerische Richtung entstanden, die den avantgardistischen Strömungen wie der Arte Povera oder der Concept Art, die zu Recht mit Mario Merz, Alighiero Boetti oder Jannis Kounellis den Ton in der damaligen Kunstszene angegeben haben, diametral entgegenstand: Zurück zur klassischen Ordnung, zum poetischen, konfliktfreien Bild, im Dienste der Figuration. Ihre Begründer sind im Unterschied zu den zeitgleich auftretenden gegenständlichen Malern in Deutschland oder den Protagonisten der Transavanguardia merklich unbekannt, ihre Namen wie Alberto Abate oder Ubaldo Bartolini bisweilen verschwiegen geblieben.

Die Hauptwerke der siebziger Jahre wurden in dieser Schau im Kunstraum Palais Porcia nicht berücksichtigt, ihre neuen Bilder decken jedoch den stilistischen Kreis der damaligen Bildästhetik ab, sind ja kaum allzu radikale Brüche in deren Werksentwicklung festzustellen. Bartolini zeigt etwa arkadische Landschaften, voller Sphärik, stark an nazarenische Malerei des frühen 19. Jahrhunderts erinnernd.

Näher zur wieder aufgegriffenen Pittura Metafisica steht Sigfrido Begué, wenn auch stark eklektizistisch. Harry Holland führt isolierte Räume vor, betrübte Stimmungen voller Einsamkeit. Manche Maler driften in eine Ecke des Kitsches, der deutlich an die vergangenen Zeiten der Fantastischen Realisten erinnern, gepaart mit preraffaelitischem "Geschmack", wie vor allem Alberto Abate. Die österreichischen Beiträge führen ein wenig von den italienischen Traditionen und Vorbildern ab: Solitude, verklärte Landschaften und die romantisierende Vorstellung von der Einheit Mensch und Natur sind wesentliche Charakteristika, wie etwa bei Leander Kaiser oder Erhard Stöbe. Christy Astuy führt dagegen mehr in eine bewusst versüßlichte Welt der Karibik und mit idealisierten weiblichen Körpern à la Barbie (bis 5. Jänner; I., Herrengasse 23, Mo. bis Fr. 10 bis 15 Uhr).

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