


Wien - Die Skulptur Licht-Steine von Gottfried Bechtold, die seit 1987 vor dem Austria Center Vienna stand, wurde im Jänner, wie am 18. Juni berichtet, demontiert. Der Vorarlberger Künstler meint, dass sie beim unsachgemäßen Abbau zerstört wurde. Gerald Matt, als Leiter der Kunsthalle Wien auch für Kunst im öffentlichen Raum (Kör) zuständig, pflichtet bei:"Das Kunstwerk wurde mutwillig oder aus Ignoranz zerstört."
Man hätte, so Matt, den Künstler zumindest fragen müssen, wie man die Skulptur abtransportieren kann. Kör gehe es nicht nur darum, Kunst im Stadtraum zu errichten, sondern diese in der Folge zu schützen: "Kunst im öffentlichen Raum ist kein Freiwild."
Da Bechtolds Skulptur mit öffentlichem Geld bezahlt wurde, gehöre sie auch der Gemeinschaft: "Sie ist daher anders zu behandeln als ein Kunstwerk in Privatbesitz." Matt lässt nun Anwälte prüfen, ob eine Anzeige wegen schwerer Sachbeschädigung eingebracht werden kann.
Dieser "Präzedenzfall" steht im Zentrum des Kulturtalks am Montag um 19 Uhr im Project Space am Karlsplatz: Unter der Leitung von Standard-Kulturchefin Andrea Schurian diskutieren Eva-Maria Höhle, Bettina Leidl, Axel Anderl, Stephan Schmidt-Wulffen und Dietmar Steiner über "Kunst im öffentlichen Raum - was tun, wenn man sie nicht mehr will?" Auch Bechtold kommt. (trenk, DER STANDARD/Printausgabe 19.6./20.6.2010)
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