Der Klang von Stahl
Bildhauer. Beim 21. internationalen Stahlsymposium in Riedersbach sind 21 Metallkünstler vertreten. Als Atelier dient eine Gipshalle.
Eva Niedermüller Riedersbach (SN). Die Künstler flexen, hämmern und schweißen. Der Lärmpegel in der 2000 Quadratmeter großen Gipshalle des Kraftwerks in Riedersbach ist hoch.
Zum 21. Mal findet hier das internationale Stahlsymposium statt. 21 Metallkünstler aus Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz arbeiten drei Wochen lang an ihren Kunstwerken. Das heurige Motto: Klang und Stahl.
„Ein solches Metallsymposium ist im europäischen Raum einmalig“, sagt Christiane Pott-Schlager. Die freischaffende Künstlerin hat 2006 die Leitung übernommen, bereits seit 17 Jahren setzt sie in Riedersbach ihre kreativen Ideen um.
Das Ausgangsmaterial ist Schwarzblech. Als Schrott will Pott-Schlager es auf keinen Fall bezeichnen. „Schrott an sich ist hochwertiges Material. Der Rost betrifft nur die Oberfläche“, erklärt sie.
Die 45-Jährige arbeitet in Riedersbach an zwei überdimensionalen Objekten: einer Tonleiter und einer symphonischen Landschaft, die auch bespielt werden kann. Das Atelier der Künstler, sämtliches Material und das nötige Werkzeug werden von der Energie AG zur Verfügung gestellt.
„Zeitgenössische Kunst wirkt sehr sympathisch“, sagt Siegfried Pfeffer, Betriebsleiter der beiden Kraftwerke in Riedersbach. Die Leiterin des Symposium formuliert es so: „Die Energie AG unterstützt unseren Wahnsinn“, lacht Pott-Schlager.
Rund um die Gipshalle befindet sich der Stahlpark. Über 250 Arbeiten der vergangenen zwei Jahrzehnte können bei einem Rundgang durch das Museum für zeitgenössische Metallplastik bewundert werden.
„Kleinere Arbeiten werden von den Künstlern mit nach Hause genommen. Viele lassen ihre überdimensionalen Plastiken jedoch hier stehen“, erzählt Leiterin. Die Stahlobjekte des Symposiums 2011 werden heute, Freitag, 26. August, ab 19.30 Uhr in der Gipshalle des Kraftwerks präsentiert – sowohl für das Auge als auch für das Ohr. Es stehen zudem Klangimprovisationen von Uli Soyka auf dem Programm. Der Wiener Musiker wird die neu geschaffenen Werke zum Klingen bringen. Pott-Schlager: „Wir haben Instrumente gebaut. Soyka wird sie bespielen.“




















