1. folge kurzer hörstücke

Im Rahmen der Ausstellung "Re-Play" gibt es bis Anfang August auch ein Poesietelefon mit kurzen Hörstücken. Am Apparat: Gerhard Rühm. Von Elisabeth Zimmermann.


1980 präsentierte das Ars Electronica Festival in Linz schwerpunktartig im öffentlichen Raum die in Österreich lange vernachlässigten Bereiche "Radiophone Poesie" und "Neues Hörspiel". Zu diesem Schwerpunkt zählte ein für die Dauer des Festivals eingerichtetes Poesietelefon, über das Gerhard Rühms "1. folge kurzer hörstücke" aus dem Jahr 1975 abrufbar war.

Für Re-Play wird dieses doppelte Medienexperiment - die Präsentation von Beispielen des in die Geschichte der Medienkunst eingegangenen Genres der auditiven/radiofonen Poesie im Medium Telefon - für die Dauer der Ausstellung unter der Wiener Nummer 1555 rekonstruiert.

Im Katalog des Ars Electronica Festivals 1980 schrieb Gerhard Rühm: "bei meinen 'kurzen hörstücken' handelt es sich um auditive poesie in konzentriertester form, gewissermassen um mehr oder weniger komplexe 'schallgedichte'. die hier zusammengestellten stücke haben zwei gemeinsame charakteristika. 1. sie müssen gehört werden - ihre schriftliche fixierung kann nur andeutung oder partitur sein 2. sie sind relativ bis extrem kurz. auditive texte lassen sich nach ihrer präsentationsweise in zwei hauptgruppen unterteilen: - sprechtexte, die unmittelbar im mündlichen vortrag realisiert und technisch fixierte, synthetische texte, die nur auf dem tonband existieren. die beiden präsentationsweisen können natürlich auch miteinander kombiniert werden. "

Im Poesietelefon werden die auf Tonband bzw. heute auf CD realisierten hörstücke auf eine weitere mediale Ebene gehoben. Die 1. folge kurzer hörstücke (1975) dauern insgesamt 40 Minuten. Der Höreinstieg kann an jeder Stelle der Folge stattfinden, wodurch sich die Arbeit besonders gut für das Medium Telefon eignet.

Re-Play, (11.5.2000)
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