Weltweite Diskussion über die Hauptthemen
Anders als die Leiter vorangegangener Ausstellungen will der als kompetenter Kunstkritiker und Theoretiker geltende Buergel die Auswahl der documenta-Künstler nicht in kleinem Kreis vornehmen. Der bereits begonnene Austausch mit rund 70 renommierten Kunstzeitungen solle zu einer weltweiten Diskussion über die Hauptthemen der documenta führen. Ziel sei nicht, sich aus allen Ecken der Welt die jeweils aktuelle Kunstszene ins Land zu holen und auszustellen. "Tatsächlich sehen 90 Prozent internationaler Großausstellungen so aus, aber das ist langweilig", sagte er.
Forum für das Publikum
Ohne die Einbindung des Publikums werde es nicht gelingen, gute Kunst nach Kassel zu holen, meinte der aus Berlin stammende und in Wien lebende Buergel, der vor gut einem Jahr zum Leiter der documenta 12 ernannt worden war. Dem Publikum wolle die documenta schon im Vorfeld ein Forum bieten, statt es nur mit Informationen zu füttern. Eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Buergels Lebensgefährtin Ruth Noack werde das Kasseler Publikum auf die oft unverständliche Kunst vorbereiten. Dabei solle beispielsweise erklärt werden, dass lokale Probleme wie Arbeitslosigkeit auch in der internationalen Kunst eine Rolle spielten. (APA/dpa)