Die Gerüchte um die neue Documenta-Führung haben sich bestätigt: Die Amerikanerin Carolyn Christov-Bakargiev wird die nächste Chefin der internationalen Kunstausstellung in Kassel. Die Geschäftsführung der Documenta stellte die 50-Jährige heute, Mittwoch, als künstlerische Leiterin der im Juni 2012 beginnenden Documenta 13 vor.
Die aus New Jersey stammende Christov-Bakargiev hat in Italien studiert und dort auch lange gelebt. 2001 saß sie in der Jury der Biennale in Venedig. Auch in Turin und Rom hat sie gearbeitet. Zuletzt leitete die 50-Jährige die diesjährige Biennale von Sydney, die von Juni bis September in Australien moderne Kunst der vergangenen 100 Jahre zeigte. Zu den 80 Künstlern, deren Werke präsentiert wurden, gehörten auch die Documenta-Künstler Joseph Beuys und Thomas Bayrle.
Chefs für Eingeweihte
Die bisherigen Documenta-Chefs waren bis zu ihrer Ernennung oft nur Eingeweihten in der Kunstwelt bekannt. Zum Prinzip der Kasseler Ausstellung gehört es aber, ihnen fast völlig freie Hand zu lassen. Das und der ständige Wechsel - die künstlerischen Leiter sind in der Regel nur für eine der alle fünf Jahre stattfindenden Ausstellung verantwortlich - gelten als Markenzeichen der Documenta.
Die jüngste documenta hatte am 23. September 2007 nach 100 Tagen mit einen Besucherrekord geendet. Mehr als 850.000 Menschen hatten in Kassel die gut 500 Exponate der etwa 130 Künstler gesehen. Die zwölfte Auflage der "Weltkunstausstellung" war von Roger Martin Buergel kuratiert worden. Auch der künftige Leiter des Miami Art Museum war vor der Kasseler Ausstellung weitgehend unbekannt.
Wer Chancen gehabt hätte
Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" druckte am Dienstag eine angebliche Liste der Finalisten. Neben Christov-Bakargiev sollen demnach auch die Brasilianerin Lisette Lagnado, Catherine de Zegher und Massimiliano Gioni, beide aus New York, der Russe Viktor Missiano und der Amerikaner Douglas Fogle Chancen auf die Ausstellungsleitung gehabt haben.
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