Abgestellte Nazikunst
NS-Erbe. Salzburger Studenten beschäftigten sich im Rahmen einer Lehrveranstaltung mit nationalsozialistischer Kunst im öffentlichen Raum und mit deren Auseinandersetzung.
Andreas Praher SALZBURG. Josef Thoraks Werke sind ein fixer Bestandteil des Salzburger Stadtbilds. Seine Paracelsus-Skulptur steht vor dem Paracelsusbad, Kopernikus neben dem Zauberflöten-Spielplatz, und in Aigen ist eine Straße nach Adolf Hitlers Lieblingsbildhauer benannt.
In sechs unterschiedlichen Projekten haben sich nun acht Salzburger Studenten mit „abgestellter“ Nazikunst im öffentlichen Raum beschäftigt und damit einen kritischen Diskurs über den widersprüchlichen Umgang mit dem NS-Erbe angeregt. Vergangenen Mittwoch und Donnerstag gingen die Studenten im Kurgarten und im Park des Landeskrankenhauses mit ihren Ergebnissen an die Öffentlichkeit. „Es geht uns nicht darum, zu belehren und einzelne Künstler mit der Moralkeule zu verurteilen, wir wollen eine Auseinandersetzung mit der Kunst“, sagt die Kunsthistorikerin und Projektleiterin Hildegard Fraueneder.
Diese fordert auch Gemeinderätin Ingeborg Haller (Bürgerliste): „Es ist inakzeptabel, dass die Skulpturen von Josef Thorak weiterhin unkommentiert im öffentlichen Raum stehen.“ Sie verlangt eine rasche Umsetzung ihres Antrages auf Anbringung von Erklärungstafeln bei den Skulpturen.



















