 |
Galerie Feichtner & Mizrahi. Das Galeristenduo ist
vom Palais Breuner ins Seilerstätten-Galerienviertel übersiedelt und
präsentiert zur Eröffnung seiner neuen Räume einen Querschnitt seines
Programms. Lorenz Estermann, der vor allem als Zeichner gehandelt
wird, ist mit einem neuen Werkblock vertreten: Anstelle der reinen
Zeichnung integriert er auf Papier Sujets im photographischen Medium,
abgeklatscht auf den Bildträger, farblich, formal stark abstrahiert. Das
reicht von grünlich braunen Bergstrukturen, die mit feinen persönlichen
graphischen Interventionen in ein lebendiges Spiel gebracht werden, bis zu
architektonischen Gerüstbauten, die mit Schaltplänen, Gitterstrukturen
korrespondieren. Martin Schnur, der die erste Personale in den
neuen Räumen bekommt, zeigt figurative Malerei. Walter Weer, Ahmet
Oran, Udo Nöger, Rudi Stanzl vertreten eine abstrakte, auf
Monochromie oder Materialität aufbauende Werksprache. (I., Seilerstätte19;
bis 26. 10.)
Galerie Charim. Yves Oppenheim, 1948 in
Madagaskar geboren, stellt sich mit einer Art von Malerei vor, die nur auf
den ersten Blick grell, modisch und schnell gemalt erscheint. Oppenheim
versteht es mit einem verinnerlichten malerischen Gefühl komplexe
Kompositionen zu erzielen. Locker gesetzte Flächen, grafische
Pinselstriche, Farbbalken und Streifen fügt er zu einem in sich bewegten
Geschiebe zusammen. Elementare Qualitäten des Tafelbildes wie das
Verhältnis zwischen Fläche und Raum, Hell-und Dunkel, Machart und Geste.
Der scheinbar lapidare Farbauftrag, gleichsam ein Anstrich,
veranschaulicht große koloristische, spatiale und malerische Qualität. Die
Papierarbeiten verharren stärker in der grafischen Struktur. Streifen und
Balken führen Verästelungen auf dem weißen Bildgrund vor, die Gemälde sind
jedoch in ihrer Intensität und Kraft impulsiver und dichter. (I.,
Dorotheergasse 12; bis 28. 9.)
Galerie Chobot. Timo Huber, einst Teilnehmer an
Aktionen des Wiener Aktionismus, Gründungsmitglied der Architekturgruppe
Zünd Up in den Sechzigern, thematisiert in seinen Zeichnungen und
Photomontagen Szenarien der Bedrohung. Ungeschönte Bilder des
Massenmordes, der Aggression, des Widerstandes werden zu alptraumartigen
Collagen. Häuserzeilen verändern ihre Bedeutung und werden im Zusammenhang
mit einer übergroß abgebildeten Patrone zu Internierungscamps. (I.,
Domgasse 6; bis 11. 10.)
© Die Presse | Wien
|
 |