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18.09.2002 - Ausstellung
AUSGESTELLT IN WIEN von FLORIAN STEININGER


Galerie Feichtner & Mizrahi. Das Galeristenduo ist vom Palais Breuner ins Seilerstätten-Galerienviertel übersiedelt und präsentiert zur Eröffnung seiner neuen Räume einen Querschnitt seines Programms. Lorenz Estermann, der vor allem als Zeichner gehandelt wird, ist mit einem neuen Werkblock vertreten: Anstelle der reinen Zeichnung integriert er auf Papier Sujets im photographischen Medium, abgeklatscht auf den Bildträger, farblich, formal stark abstrahiert. Das reicht von grünlich braunen Bergstrukturen, die mit feinen persönlichen graphischen Interventionen in ein lebendiges Spiel gebracht werden, bis zu architektonischen Gerüstbauten, die mit Schaltplänen, Gitterstrukturen korrespondieren. Martin Schnur, der die erste Personale in den neuen Räumen bekommt, zeigt figurative Malerei. Walter Weer, Ahmet Oran, Udo Nöger, Rudi Stanzl vertreten eine abstrakte, auf Monochromie oder Materialität aufbauende Werksprache. (I., Seilerstätte19; bis 26. 10.)

Galerie Charim. Yves Oppenheim, 1948 in Madagaskar geboren, stellt sich mit einer Art von Malerei vor, die nur auf den ersten Blick grell, modisch und schnell gemalt erscheint. Oppenheim versteht es mit einem verinnerlichten malerischen Gefühl komplexe Kompositionen zu erzielen. Locker gesetzte Flächen, grafische Pinselstriche, Farbbalken und Streifen fügt er zu einem in sich bewegten Geschiebe zusammen. Elementare Qualitäten des Tafelbildes wie das Verhältnis zwischen Fläche und Raum, Hell-und Dunkel, Machart und Geste. Der scheinbar lapidare Farbauftrag, gleichsam ein Anstrich, veranschaulicht große koloristische, spatiale und malerische Qualität. Die Papierarbeiten verharren stärker in der grafischen Struktur. Streifen und Balken führen Verästelungen auf dem weißen Bildgrund vor, die Gemälde sind jedoch in ihrer Intensität und Kraft impulsiver und dichter. (I., Dorotheergasse 12; bis 28. 9.)

Galerie Chobot. Timo Huber, einst Teilnehmer an Aktionen des Wiener Aktionismus, Gründungsmitglied der Architekturgruppe Zünd Up in den Sechzigern, thematisiert in seinen Zeichnungen und Photomontagen Szenarien der Bedrohung. Ungeschönte Bilder des Massenmordes, der Aggression, des Widerstandes werden zu alptraumartigen Collagen. Häuserzeilen verändern ihre Bedeutung und werden im Zusammenhang mit einer übergroß abgebildeten Patrone zu Internierungscamps. (I., Domgasse 6; bis 11. 10.)



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