Ein Berggipfel für die Lagune
Mit Hans Schabus ist Österreich mit einem gut Bekannten in Venedig vertreten.
Venedig. Bestes
Bergwetter in Venedig. Was sonst für die Stadt am Meeresspiegel ohne
all zu viel Bedeutung ist, ergibt am ersten Vorbesichtigungstag der 51.
Kunstbiennale von Venedig ein stimmiges Bild mit dem
Österreich-Pavillon: Wie ein lebensgroßer Berggipfel ragt der von Hans
Schabus überbaute Pavillon in den blitzblauen Himmel über den Giardini
und lockt zum Erklimmen. Die Biennale, mit 70 Ländern in 30
Ausstellungen die größte bisher, ist ab Sonntag für das Publikum
geöffnet.
Erstmals in der
110-jährigen Geschichte der bedeutendsten Künstlerzusammenführung der
Welt fungieren zwei Frauen als Direktoren: Die Spanierinnen Maria de
Corral und Rosa Martinez haben das Event um zwei große internationale
Überblicksschauen herum konzipiert. "The Experience
of Art" in den Giardini und "Always A Little Further" im Arsenale
bieten je andere Blickwinkel auf die Kunstszene von den Siebzigern bis
ins Heute - und in die Zukunft. Wie in Bregenz
Auch im
österreichischen Pavillon, der heute offiziell eröffnet wird, muss man
seine Position immer wieder neu bestimmen: Raumfüllende Holzgerüste mit
Stiegen und verwinkelten Wegen verwandeln das Innere des Hoffmann-Baus
in ein Labyrinth, in dem der Besucher immer wieder an neue
Aussichtspunkte geführt wird. Und wer sich ganz bis auf den Gipfel
gekämpft hat, wird mit einem erhabenen Blick auf Stadt und Meer
belohnt. Vorarlberger kennen diese Art der Installation von seinem
Eingriff vergangenen Herbst ins Kunsthaus Bregenz. Der Kärntner
Schabus hat die venezianischen Gewässer, das Ausstellungsgelände und
den Pavillon selbst künstlerischen Untersuchungen unterzogen - und etwa
aus der Geschichte der Giardini, die erst im 19. Jahrhundert
aufgeschüttet wurden, den Ausstellungstitel "Das letzte Land" gewonnen.
Geöffnet ist die
Biennale vom 12. Juni bis 6. November, 10 bis 18 Uhr, die Giardini sind
montags geschlossen, das Arsenale dienstags: www.labiennale.org Wie in Bregenz landete Schabus per Boot in Venedig. (Foto: KUB)
Aus dem Österreich-Pavillon wurde ein Berg.
Mariko Moris "Ufo", das einst im Kunsthaus Bregenz erstmals gezeigt wurde, ist nun in Venedig gelandet. (Foto: APA)
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