CHRISTA
DIETRICH christa.dietrich@vn.vol.at,
•72/501-225
Er hat die Reißleine ziehen müssen, kommentiert Thomas
Hengelbrock, künstlerischer Leiter des Feldkirch Festivals, das
Platzen des Kooperationsvertrags mit dem Wiener Schauspielhaus für
die Opernproduktion "The Secret Agent" von Simon Wills.
75 Prozent der Kosten hätte das Feldkirch Festival übernehmen
müssen und das, obwohl das Stück in Wien sogar öfter aufgeführt
worden wäre als in Vorarlberg. Und, was nicht unwesentlich ist,
Airan Berg, der Wiener Intendant, hätte Regie geführt. Das kostet
eben etwas.
Katrin Hiller ist nun auch nicht irgendwer. Sie hat bereits an
mehreren renommierten Häusern, darunter die Volksoper Wien,
gearbeitet. Aber auch wenn es sehr erfreulich ist, dass nun eine
Künstlerin die Riege anführt, also das Sagen hat, bleiben Fragen
offen. Zum einen: Sind Frauen auch im Kulturbetrieb (wo solche, auf
dem allgemeinen Arbeitsmarkt leider gängige Mechanismen wenigstens
hie und da angeprangert werden) wesentlich billiger zu haben als
Männer? Und zum anderen: Warum sind nicht alle Punkte - auch die
budgetären Details - vor Abschluss des Vertrages ausverhandelt
worden?
Unwichtiger dürfte die Frage sein, ob wir nun aufgrund der
überbordenden Kosten eine optisch eher schlanke Inszenierung sehen
oder ob sie für das Stück ohnehin die bessere Alternative ist.