Wien - Der aus Niederösterreich stammende Maler und Grafiker Kurt Kramer ist am Mittwoch im 63. Lebensjahr in Wien gestorben, teilte ein Freund der Familie mit. Seine Arbeit war geprägt von einer starken Beziehung zur Musik, die ab den 90er Jahren zu einem Schwerpunkt in der Darstellung musikalischer Kompositionen führte.
Vor einigen Jahren präsentierte Kramer etwa in einer Ausstellung 80 Arbeiten zum Thema, etwa den Bilderzyklus "Das Lied von der Erde", der nach Gustav Mahlers gleichnamigem Werk entstanden ist. Eine Farblithographie mit dem Titel "Schubert 200" wurde 1997 im Historischen Museum der Stadt Wien anlässlich des 200. Geburtstages des Komponisten im Geburtshaus von Franz Schubert in Wien-Alsergund präsentiert.
Lithographische Kunstwurzeln
Die Kombination von stark grafischen, linearen Elementen und bis zur Abstraktion reichenden malerischen Farbflächen sind allen Arbeiten gemein. Diese grafische Komponente, die aus der Zeit der Ausbildung als Lithograph stammt, fand auch bei vielen grenzüberschreitenden Projekten, wie Fassaden und Raumgestaltungen, Bühnenarbeiten oder plastischen Objekten, ihren Ausdruck.
Kramer, am 6. November 1945 in Freiland geboren, studierte an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien. Ab 1969 war er freischaffender Maler und Grafiker. In den 70er Jahren setzte er sich intensiv mit orientalischer Kultur auseinander und machte ausgedehnte Reisen durch den Mittleren Osten. Seine Werke befinden sich im Besitz zahlreicher öffentlicher und privater Sammlungen im In- und Ausland, darunter der Albertina oder der NÖ Landesgalerie. Kramer verwirklichte einige Fassaden- und Wandmalereien in Österreich und Kroatien und widmete sich immer wieder der Sakralkunst, etwa der Kapelle des Evangelischen Krankenhauses Wien. (APA)