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Archive des Alltäglichen

Zeitungen und Werbebroschüren sind der Werkstoff von Pia Steixners derzeit in der Stadtturmgalerie präsentierten Objekte.

INNSBRUCK. Pia Steixner ist Bildhauerin. Ihre Materialien sind allerdings nicht Stein, Holz oder Bronze, sondern Zeitungen oder Werbebroschüren, die sie in ganz banalen Regalen stapelt.

Diesen Skulpturen der ungewöhnlichen Art ästhetischen Reiz abzusprechen, wäre ungerecht. Denn das Spiel der Farben und Strukturen, die sich völlig zufällig durch das Stapeln der größeren und kleineren, dickeren und dünneren Sammelstücke ergeben, ist durchaus reizvoll, hat haptische und visuelle Qualitäten, die ähnlich einem Bild oder der Oberfläche einer "normalen" Skulptur lesbar sind.

Seit März 2001 hat die 1962 in Innsbruck geborene, an der Münchner Akademie bei Hans Ladner und an der Wiener Akademie bei Bruno Gironcoli ausgebildete Pia Steixner Zeitungen und Werbebroschüren systematisch gesammelt, um mit ihnen ihre aus Spanplatten selbst gebauten Module zu füllen. Diese sind bewusst variabel, passen sich den jeweiligen Räumen ihrer Aufstellung an.

Pia Steixners Skulpturen sind aber auch so etwas wie Archive des kollektiven Gedächtnisses, wobei die einzelne Information zur amorphen, durch den künstlerischen Eingriff geadelten Masse mutiert.
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Stadtturmgalerie, Herzog-Friedrich-Straße 21, Innsbruck; bis 31. Jänner, Dienstag bis Samstag 15 bis 19 Uhr
2003-01-10 15:01:28