Salzburger Nachrichten am 05. Mai 2004 - Bereich: kultur
Künstler gegen Arbeitsmarktservice

Seit Monaten schwelt ein Streit zwischen Künstlervertretern und AMS Wien

WIEN (SN-mo). Seit vergangenem November gibt es Krach zwischen verschiedenen Künstlervertretungen und dem Arbeitsmarktservice (AMS) Wien. Der Grund: Das AMS Wien will seine Künstlerberatungsstelle ausgliedern und sie einer besonderen Agentur übertragen. Künstlerverteter, darunter die IG Autoren, die IG Freie Theater und die "Austrian Director's Association" (für die Filmschaffenden) laufen dagegen Sturm. Sie fühlen sich vom AMS kompetent betreut. Das AMS hat allerdings nicht nachgegeben: Ab 17. Mai wird sich, wie geplant, die Grazer Agentur "Team 4" um arbeitslose Künstler kümmern. Sie hatte sich in einer Ausschreibung erfolgreich um diese Aufgabe bemüht. Das AMS begründet den Schritt mit zu wenig eigenem Personal, das zudem durch die steigende Zahl der Arbeitslosen zusätzlich gefordert werde. Gestern, Dienstag, erreichten die Künstlerproteste einen Höhepunkt, als Künstlerinnen und Künstler die Bundesgeschäftsstelle des AMS in Wien "belagerten". Mit dem AMS-Vorstandsvorsitzenden Herbert Buchinger wurde ein Kompromiss erzielt: Die Künstlervertreter sollen selbst ein Konzept für die Arbeitslosenbetreuung erarbeiten, das möglicherweise vom AMS berücksichtigt wird.