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| 18.11.2004 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Galerie Mario Maroner: Pompös | ||
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Mario Maroner, Leiter der Galerie Academia in Salzburg,
hat am Samstag seine neue Dependance mit dem Belgier Jan Fabre, Jahrgang
1958, eröffnet, der als Choreograf und Bühnenbildner in Wien schon oft zu
Gast war: ein eindrucksvoller Auftakt in dem 600 Quadratmeter großen, drei
Etagen umfassenden Standort, ein Überblick über all die Medien, in denen
sich der Allrounder bewegt. Fabres Werk kreist in erster Linie um die
Polarität von Leben und Tod, lotet den Dualismus zwischen physischer und
psychischer Existenz aus. Neben bekannten Arbeiten wie den mit Bic-Kugelschreibern
übermalten Fotografien (27.500 €), die an die Blaue Stunde vor der
nächtlichen Finsternis erinnern, scheinen vor allem Fabres Objekte einem
theatralischen Setting entsprungen: "Sanguis/Mantis" (220.000 €) heißt
nicht nur die Ausstellung selbst, sondern auch die raumgreifende
Installation im Untergeschoß. Hochpolierte Rüstungsteile, die mitunter zu
ebenso schimmernden Panzertieren mutieren: der gescheiterte Kreuzzug einer
edlen Ritterschaft, die Metamorphose zum Tier, als anderer Zustand des
Seins? Ritter und Mittelalter-Bezug prägen als Leitmotiv auch
den Acht-Minuten-Film "Lancelot" (20.400 €): Fabre selbst ist hier
Lancelot und kämpft gegen sich selbst. Aus dem Schaufenster der Galerie
blickt der Geist eines gefallenen Kriegers, bodenlanges weißes Haar, der
Körper aus Knochensegmenten: ein Todesengel! (65.000 €). Der Tod erscheint
bei Fabre auch im grün-blau schimmernden Prachtgewand. Flügeldecken von
Juwelenkäfern, in asiatischen Kulturen Abfallprodukte, hier edles Gut,
das, möchte man fast meinen, kunsthandwerklerisch verarbeitet wird. Etwa
im Selbstporträt als ausgestopfter Pfau (83.000 €), dessen Rumpf die Form
eines Sarges hat: Hier ironisiert Fabre auch seinen eigenen Stolz als
Künstler. Ebenfalls aus Chitinpanzern farbenprächtiger Schalentiere: eine
Büste als Hommage an Großvater Jean Henri Fabre. Er war ein berühmter
Insektenforscher. (Bis 26. 1.; Weihburggasse16, Wien 1) Manisha
Jothady |
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