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OÖN Zitat
„Ich gebe nicht auf. Das gehört hierher!“
Christoph Leitl
von
Irene Judmayer
"Goldene Adele" in L.A. gelandet
Das wertvollste der bisher von Österreich restituierten Kunstwerke ist bei seiner rechtmäßigen Besitzerin eingetroffen: Der Aufsehen erregende Rechtsstreit rund um Gustav Klimts prachtvolles Gemälde "Adele Bloch Bauer I" ist somit beendet.

"Ein Traum ist Wirklichkeit geworden. Los Angeles ist schon so lange meine Heimatstadt. Sie hier zu sehen! Mir fehlen die Worte." Mit diesen Worten nahm Maria Altmann (90), die Erbin der von den Nazis enteigneten Familie Bloch-Bauer, die fünf zurückgegebenen Klimt-Werke in Los Angeles entgegen. Altmann führte einen siebenjährigen Rechtsstreit, um den Besitz ihrer Familie wieder zu erlangen. Die Gemälde haben einen Schätzwert von rund 300 Millionen Dollar (246 Millionen Euro).

Darunter ist auch ein Porträt ihrer Tante mit dem Titel "Adele Bloch-Bauer I". Dieses Bild wird nun zusammen mit einem weiteren Porträt von Bloch-Bauer und den drei Landschaftsgemälden "Apfelbaum", "Buchenwald/ Birkenwald" sowie "Häuser in Unterach am Attersee" im Los Angeles County Museum of Art bis zum 30. Juni ausgestellt.

Ein kurzer Rückblick: Bloch-Bauers Ehemann floh 1938 in die Schweiz. Die Nazis übernahmen die Kunstwerke, die dann in den Besitz der Belvedere-Galerie in Wien gelangten.

Maria Altmann war zu der Zeit 21 Jahre alt. Ihre ganze Sorge galt damals nicht dem Familienbesitz, sondern ihrem Mann, der in das Konzentrationslager Dachau gebracht wurde. Das Paar konnte sich aber noch während des Krieges retten und zog 1942 nach Los Angeles. Dort führte Maria Altmann bis ins hohe Alter eine Mode-Boutique.

Bisher hatte die alte Dame eine Reproduktion des berühmten Porträts in ihrem Wohnzimmer hängen. Das Poster habe sie von einem Freund geschenkt bekommen, sagte die alte Dame mit einem immer noch hörbaren österreichischem Akzent. "Er gab mir zwar nicht einmal einen Kuss, aber meine Mutter regte sich furchtbar auf, als sie davon erfuhr." Ein Schiedsgericht hatte den Anspruch Altmanns auf die Original-Adele im Jänner als rechtmäßig bestätigt.

Die fünf Bilder sind die wertvollsten Kunstgegenstände, die seit Inkrafttreten des Kunstrückgabegesetzes (1998) restituiert wurden. Die Werke gelten in Österreich als nationaler Kunstschatz, doch Österreichs Regierung hat erklärt, sie könne es sich nicht leisten, die Bilder zurückzukaufen.

Der aus Oberösterreich stammende Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl hatte (die OÖN berichteten) eine Initiative gestartet, um zumindest das Bild "Häuser in Unterach am Attersee" für Oberösterreich erwerben zu können. "Ich gebe nicht auf!", sagte Leitl gestern im OÖN-Gespräch: "Dieses Bild gehört nach Oberösterreich. Ich konnte jetzt erstmals direkt in Kontakt mit Familie Altmann treten und die Verhandlungen mit möglichen Sponsoren sind gut am Laufen."

OÖnachrichten vom 06.04.2006
 
   



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