Salzburger Nachrichten am 31. Oktober 2006 - Bereich:
Belvedere zeigt Pongratz - "Sweet Home Vienna"

"Sweet Home Vienna" nannte Künstler Peter Pongratz (66) in Anlehnung an einen Jazz-Titel seine Werkschau, die am Dienstag in der Österreichischen Galerie Belvedere präsentiert wurde. "Es ist keine klassische monografische Ausstellung, sondern ein geschlossenes Ganzes", sagte Direktor Gerbert Frodl. Gezeigt werden farbenfrohe Bilder, Zeichnungen und Skulpturen aus den Jahren 1998 bis 2006.

Von 1. November bis 4. Februar zu sehen sind in der von Pongratz' Ehefrau Elisabeth Pongratz gehängten Schau u.a. viele Selbstporträts, die auch durch ihre Titelgebung viel von Pongratz' Ironie vermitteln. Sie heißen etwa "Selbstporträt auf Gerstl'sche Art", "Selbstporträt explodierend" oder "Selbstporträt als Käfer". Aber auch die Titel der übrigen Werke sind Teil seiner Arbeitsweise. "Grauenvoller Terrorüberfall außerirdischer Kunstgewerbegegner auf das Museumsquartier" heißt ein weiteres, großformatiges Acrly-Bild. In den Sprechblasen der Figuren liest man: "Bomb the Mumok" oder "Mayday" oder "Heavy Progressive Art Dealer".

Pongratz wurde 1940 in Eisenstadt geboren, und wuchs in Graz auf. Er stand in engem Kontakt mit der Literaturszene des Forum Stadtpark, so etwa mit Gerhard Roth, Peter Handke und Wolfgang Bauer. Seine Verbundenheit mit der österreichischen Literaturszene zeigt sich auch in seiner Gestaltung der Box zur Literatursammlung "Landvermessung 2005", die Günther Nenning heraus gab. Die Entwürfe sind in der Ausstellung zu sehen. Pongratz war auch Bühnenbildner und Jazz-Drummer. "Ich liebe den Jazz, und Titel von Jazz-Nummern sind sehr poetisch für mich. So wurde aus 'Sweet Home Chicago' eben 'Sweet Home Vienna".