In Salzburgs Altstadt wird heuer ein weiteres Werk eines zeitgenössischen Künstlers aufgestellt. Bisher ist in der ach so schönen Mozart- und Barockstadt Kunst im öffentlichen Raum meist als Skandal wahrgenommen worden.
Eine Hoffnung auf Besserung verpufft, wenn jegliche Diskussion so plattgewalzt wird, wie dies am Mittwoch geschehen ist. Gemeinderätin Doris Tazl (einst FPÖ, nun "Für Salzburg/Liste Tazl") teilte mit: Balkenhols Kunstwerk sei "banal und für die Salzburger Altstadt eine Zumutung". Der Bürgermeister mache einen "unnötigen Kniefall vor der Kulturmafia". Die Stadt Salzburg und ihre Plätze seien nicht "der Müllabladeplatz der Salzburg Foundation" und eigneten sich nicht "als Verwirklichungsfläche krauser Kulturideen".
Eigentlich sollte Kunst im öffentlichen Raum Gesprächsstoff bieten, Für und Wider sollten diskutiert werden können. Doch Äußerungen wie jene von Frau Tazl zerstören ein demokratisches Klima so wie ein Tropfen schwarzes Gift das klare Wasser im Trinkglas.
Wenn nicht ein Wunder geschieht, muss also heuer wieder in Salzburg jegliche Kunstdiskussion nicht über Kunst, sondern darüber geführt werden, dass Künstler ein Grundrecht auf Würde haben. Was für eine Kulturstadt!hkk






