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Der österreichische Künstler Wilhelm Scherübl hat die Dichotomie zwischen Kultur und Natur in den Mittelpunkt seines Schaffens gestellt. In seiner Einzelausstellung in der Galerie Knoll zeigt er unter dem Titel "Leichte Wucherungen" neue Arbeiten.
Obwohl sich Wilhelm Scherübl in erster Linie als Bildhauer versteht, arbeitet er mit seinen Skulpturen gegen das Statische an. In seiner Ausstellung in der Galerie Knoll präsentiert er eine Auswahl neuer Arbeiten, die einerseits auf vergänglichen Materialien wie Nussholzsplittern, Sonnenblumen oder Mariendisteln basieren und sich andererseits aus industriell gefertigten Leuchtstoffröhren, Spiegeln, Aluminium oder Acrylglas zusammensetzen. Der Künstler interessiert sich für die Spannung, die die Konfrontation der Materialien erzeugt, aber auch für deren Transformationsprozesse und die Strukturbildungen der Natur, die er in seiner aktuellen Präsentation auch auf die Fenster der Galerie übertragen hat.
Camouflage-artige schwarze Strukturen brechen nun den Einfall des Tageslichts in die Galerieräumlichkeiten, die Wilhelm Scherübl mit etwa 30 neuen Arbeiten in eine kleine "Naturschau" verwandelt hat: An den Wänden stehen seine mit "Wucherungen" überzogenen Spiegel, auf dem Boden mehrere Leuchtstoffröhren-Objekte, und von der Decke hängt ein kristallartiges Gebilde, das der Künstler mit Kugelschreiberhülsen, Schnüren und Karabinern nachgebaut hat.
Präsentiert werden zudem zwei Videos, großformatige Schattenzeichnungen sowie "Minusaquarelle", in denen Scherübl das Licht auch ex negativo als Reflexionsquelle zu nutzen versteht. (cb / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.4.2008)