VN Di, 16.4.2002

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KOMMENTAR

Zur Information der Kunstkommission

VON CHRISTA DIETRICH

Die Entscheidung darüber, welche Künstlerin oder welcher Künstler in den Genuss einer öffentlichen Förderung kommen soll bzw. von wem eine Arbeit angekauft wird, zählt zu den wesentlichen Aufgaben der Kulturabteilung des Landes. Um mehr Objektivität und Transparenz zu gewährleisten, geben in bestimmten Fällen mehrere Mitglieder einer eigens bestellten Kommission begründete Empfehlungen ab. Das ist nicht nur beim Land so, sondern auch beim Bund.

Dass die Besetzung einer solchen Kommission sowie die Bewertung einzelner Arbeiten oder Projekte immer wieder zu Diskussionen führt, ist Alltag. Auftretende Konfliktfälle sind im Einzelnen exakt zu behandeln. Dass Künstler bzw. Antragsteller - bei einem abschlägigen Bescheid auf das Förderungsansuchen - gelegentlich davon ausgehen, dass Beiräte für ihren Fall nicht zuständig sind, weil das Gremium nicht fähig sei, "den Fall" zu beurteilen, kommt ebenso vor. Wer von der Qualität der eigenen Arbeit überzeugt ist, nimmt anderslautende Argumente oder Richtlinien, an die sich die Kommissionen zu halten haben, oft nicht gerne zur Kenntnis.

Anders verhält es sich, wenn ein Künstler feststellen muss, dass Kommissionsmitglieder nicht wirklich wissen, mit wem sie es überhaupt zu tun haben. Wer das behauptet, muss einschlägige Erfahrungen gemacht haben.

Der Vorarlberger Künstler Ingmar Alge sah sich zu einem mutigen, ungewöhnlichen Schritt gezwungen. Er bat die "VN", einige persönliche Daten zu veröffentlichen, damit sich die Kunstkommission des Landes informiere.

Der Bitte wird nachgekommen: Ingmar Alge ist Preisträger beim österreichischen Grafikpreis 2001, er erhielt das Staatsstipendium für bildende Kunst der Republik Österreich (2002) sowie weitere Preise. Er hat an der Akademie der bildenden Künste in Wien studiert, seine Arbeiten werden seit rund zehn Jahren von renommierten in- und ausländischen Galerien präsentiert. Weitere Angaben können bei uns gerne eingeholt werden.

Es ist nicht anzunehmen, dass die Kulturabteilung des Landes ebenfalls Informationen über Ingmar Alge braucht, die Thematik sollte aber auch dort Anlass zur Diskussion über etwaige Defizite geben.




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