18.10.2002 12:06
Eine Insel für Graz
Acconci-Insel,
muschelförmige Attraktion der Kulturhauptstadt in spe, wächst im Trockendock am
Murufer
Die Acconci-Insel wächst - zunächst noch am Ufer der Mur, wo sie
zur Zeit so zusagen im Trockendock zusammengebaut wird. Die Insel, eines der
Leitprojekte und zentraler Veranstaltungsort der Europäischen Kulturhauptstadt
2003, wird Anfang November zu Wasser gelassen und dann im schwimmenden Zustand
fertig gestellt.
Das 54 mal 17 Meter große Inselobjekt wird im
"Trockendock" aus einzelnen Metallteilen montiert, die von der steirischen
Stahlbaufirma SFL im ungarischen Szombathely angefertigt wurden. Laut
2003-Management wird der "Stapellauf" zwischen 4. und 6. November erfolgen, die
offizielle Eröffnung findet dann im Rahmen der 2003-Eröffnungsfeierlichkeiten am
11. Jänner statt.
Amphitheater und Gastronomie
Die Insel
in der Mur besteht im Wesentlichen aus einer Plattform, die den Schwimmkörper
bildet. Die Aufbauten auf der Plattform, die die Form von zwei Schalen einer
geöffneten Muschel haben, bestehen aus Rampen, Stiegen und Tribünen in einer
Gitterrost-Konstruktion. Dazu kommen Zugangsbrücken an beiden Ufern sowie ein
Lift am linken Murufer. Das gemeinsam vom gebürtigen Grazer Robert Punkenhofer
und dem Architekten Vito Acconci entwickelte Projekt liege voll im Zeitplan,
heißt es von der 2003-Intendanz. Die Kosten werden sich mit rund 5,5 Mill. Euro
im vorgegebenen Rahmen bewegen.
Das Amphitheater soll 250 Besucher fassen
und für Konzerte, Film- und Tanzvorführungen genutzt werden. Rund 120 Gäste
passen in die Cafe-Bar, die von der lokalen Konditor-Kette Sorger betrieben
wird. Daneben gibt es noch Spiel-Erlebniswelt für Kinder. Die bespielbare Fläche
der Plattform misst 47 mal 16 Meter.
Im Kulturhauptstadtjahr ist die
Insel Kindern, Jugendlichen und der freien Szene gewidmet. Im Theaterbereich
wird das Grazer Theater im Bahnhof (TIB) federführend sein. Eingeladen werden
experimentelle Partner wie Forced Entertainment, Klaratheater und Hygiene Heute
(rimini protokoll), mit denen zum Thema Inselstadt/Provinz-Hauptstadt eine Art
Permanenztheater in Szene gesetzt wird. Auch die Festivals "Diagonale" und
"styriarte" sowie zahlreiche Privatfirmen haben Interesse für die Zeit nach 2003
angemeldet, ob die Insel eine Dauereinrichtung bleiben wird, ist aber noch nicht
geklärt. (APA)