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| 16.12.2003 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Kritik Ausstellung: Was Ihr wollt . . . | ||
| Total unbekümmert: Die Wiener Bawag Foundation zeigt eine Materialschlacht des israelisch-dänischen Künstlers Tal R. | ||
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Feinarbeit ist nicht seine Sache. "Ich male ungefähr so, wie andere Leute ihr Jausensackerl packen", sagt Tal R über seinen unbekümmert grobschlächtigen Stil. Material wird gesammelt, gehortet und dann zu einem kunterbunten Brei vermanscht. Mit einem unaufgeräumten Jugendzimmer wurden seine Bilder und Collagen einmal verglichen - und das trifft die Arbeit des israelisch-dänischen Künstlers ziemlich gut. 1967 geboren, fällt er in die Generation der neuen wilden Plakativen. Kein Wunder also, dass sich auch der Mega-Sammler und Erfinder der "Young British Artists", Charles Saatchi, für ihn interessiert. Die strengen Punkte-Raster des Brit-Stars Damien Hirst etwa werden bei Tal R zu wild-naivem Gehopse. Lustiges Punkte-Malen ist zur Zeit eben ziemlich angesagt. Dekorativ und unverfänglich. So schnipselte Tal R für eine große Collage Dutzende runde Flecken aus unterschiedlich weißen Stoffen aus - immerhin sollte jeder Künstler einmal in seinem Leben ein weißes Bild gemacht haben, meint er strahlend. Für die Ausstellung neuer und alter Werke in der Wiener Bawag-Foundation hat sich der unbekümmerte junge Mann zu einer richtigen Materialschlacht hinreißen lassen: Eintreten darf man durch ein rot-gelb-blau-grün-oranges Tor aus Stoff - platt gedrückter Arkadengang oder Querschnitt durch einen Pharaonen-Sarkophag? Das Jonglieren mit Metaphern und Zitaten gehört heute
schließlich zur Basis-Ausstattung junger Künstlerkarrieren. Anspielungen
auf Religion, Pop-Kultur, Comic, Musik, Sex finden sich bei Tal R. Und ein
wenig Science Fiction bringt das "Mutterschiff" zu Beginn der Ausstellung.
Aus dessen innen leuchtendem Ufo-ähnlichen Holz-Trumm stiegen wohl auch
die überall verstreuten Stoffballen mit so hübschen Namen wie "Linda" oder
"Mauda" - kuschelige Fußball-Monster mit laschen Tentakeln. An den Wänden dann fröhliche Beliebigkeit in Ölbildern -
riesige Pilze, daneben nette psychedelische Trichter, gesichtslose
Menschen zum Identifizieren, dazwischen wieder gezeichnete Farbknäuel,
alles sehr kindliche Handarbeit, harmlos kurzweilige Unterhaltung. Im
Untergeschoß wird's ein bisserl düsterer mit gruseligen schwarzweiß
Zeichnungen von Höhlen und Kellern. Und dann das gelungen schlechteste Bild der Ausstellung -
denn ein solches brauchte schließlich jede Schau, meint Tal R: ein silbern
lackiertes Material-Bild mit Glitzer-Pailletten. Hier verpackte er alles
zur Unkenntlichkeit, was ihm eben so auf die Nerven geht an der Kunst -
und Überraschung: es ist der Minimalismus. Bis 28. Februar. Mo.-Sa. 10-18 Uhr. Geschlossen:
24., 25., 26., 31. 12. sowie 1., 6. 1. |
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