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derStandard.at | Kultur | Gedankenjahr | Plakative Erregung 
01. Jänner 2006
20:58 MEZ
Leserstimmen: Thema verfehlt?
"Ein Witz, den man erst erklären muss, verfehlt seine Wirkung"

Ich bin verblüfft: Wann immer ein kirchlicher Vertreter es wagt, Produkte, die andere als Kunst empfinden, als geschmacklos oder blasphemisch zu bezeichnen, wird er mit der "Freiheit der Kunst"-Keule niedergemacht. Diesmal ist sich offenbar ganz Österreich einig, dass diese Plakate weggehören, Frau Ostojic spricht von öffentlicher Zensur. In ihren Stellungnahmen betonen die Künstler, sie hätten ihre Werke parodistisch bzw. ironisch gemeint. Ein Witz, den man erst erklären muss, verfehlt seine Wirkung. Und um eine Parodie zu erkennen, sollte man das Original kennen. Seit ich - nicht zuletzt durch den STANDARD - Courbets Bild kenne, finde ich die Ostojic-Persiflage durchaus gelungen. Herr Aires hingegen hat meines Erachtens das Thema verfehlt, da die Queen und Mr. Bush mit der EU herzlich wenig zu tun haben. Merkel, Schüssel und Blair, das wär's gewesen.

Michael Ledwinka
3435 Zwentendorf

Ich stimme mit Thomas Trenklers Kommentar über die "neue Kunstfeindlichkeit" (30. 12.) in diesem Land in weiten Teilen überein. Die im Zuge der Aktion "25 Peaces" affichierten Plakate haben aber im öffentlichen Raum nichts verloren. In diesem leben nämlich nicht nur kunstsinnige Erwachsene, die in der Lage sind, das Gezeigte durchaus auch als kritische "Kunst" zu interpretieren, sondern auch jede Menge Kinder, die man mit der sexualisierten Welt der Erwachsenen einfach nicht zu konfrontieren braucht. Dass diese Plakate, die ich selbst nirgends gesehen habe, entfernt wurden, hat mit "neuer Kunstfeindlichkeit" nichts zu tun, sondern ist vielleicht "neue Kinderfreundlichkeit".

Erich Schwarz,
2062 Seefeld

Dank an Gerfried Sperl für seinen Kommentar "Verlogene Machteliten" - gerade angesichts des Unfugs, der sonst dazu geschrieben wurde.

Dieter Bandhauer
via Internet


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