 |
|  |
 |



| | Im virtuellen Museum |
Ein Jahr dauert der Web-Auftritt des "Forums oö. Geschichte - Virtuelles Museum Oberösterreich". Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Und die fällt spektakulär aus: Mit 60.000 Besuchen im Monat stellt es alle anderen Museen Oberösterreichs in den Schatten.
Warum ein "virtuelles Museum"? Roman Sandgruber, Leiter des Instituts für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Linzer Kepler-Universität und der eigentliche "Vater" des Projekts, nennt drei Gründe. "Erstens wird es zunehmend schwerer, die Studenten zum Besuch einer Bücherei zu motivieren, sie suchen lieber in digitalen Zeitschriften - dieser Entwicklung ist Rechnung zu tragen."
Zweitens nimmt laut Sandgruber das Angebot an digitalen Museen weltweit ständig zu, "es gibt schon reine Internet-Ausstellungen mit jeder Menge Besuchern". Und drittens habe er es als Präsident des "Verbundes oö. Museen" als seine Aufgabe betrachtet, den ca. 280 Museen des Landes den zukunftsträchtigen Internet-Auftritt zu ermöglichen: "In unseren Museen gibt es herausragende Schausammlungen, die nach einigen Monaten wieder abgebaut werden müssen. Sie im Internet weltweit und über die Ausstellungsdauer
hinaus zugänglich zu machen, ist ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit und überregionalen Verbreitung der musealen Aktivitäten."
Rundgänge durch die Epochen
Die Vernetzung bringt außerdem raschen Ertrag, der mit herkömmlichen Mitteln der Forschung nur mit viel Aufwand erzielbar wäre. Ein Klick auf die Startseite www.ooe-geschichte.at, und man erhält die Verbindung zu allen Arbeitskreisen, Einzelforschern und Institutionen - und alle Forscher können Texte elektronisch im Internet publizieren.
Für den "normalen" Museumsbesucher sind vor allem die Epochen- und Ausstellungsrundgänge von Interesse. Klickt man in der Kopfleiste auf das Stichwort "Epoche", erscheint die Startseite mit "Zeitgeschichte" und "Römerzeit". In der Menüleiste kann man dann bestimmte Aspekte auswählen. Demnächst kommt die Urgeschichte dazu; Musikgeschichte, Geschichte des Handels, Kirchengeschichte, Mittelalter und NS-Zeit werden folgen.
Thema Ausstellungen: Derzeit kann man sich in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Nordico durch die mit Bildern des berühmten Fotografen Erich Lessing gestaltete Ausstellung über die ungarische Revolution von 1956 bewegen - man kann sich einzelne Teile daraus auf den Bildschirm holen, die man nach dem Besuch des Nordico genauer betrachten möchte. Oder man holt sich überhaupt erst den digitalen Appetit für den Besuch der realen Schau. Gerade kleine, spezialisierte Museen haben im Forum Gelegenheit, ihre Ausstellungen ins Netz zu stellen und weltweit Kontakte zu knüpfen.
Im "Forum oö. Geschichte" kann man auch innerhalb der landeskundlichen Periodika recherchieren. Die zentrale Datenbanksuche integriert die Ortsansichtensammlung der Landesmuseen, die Biografiedatenbank des Landesarchivs und die Museumsdatenbank des Verbunds oö. Museen. Die Funktion "MyMuseum" ermöglicht die individuelle Zusammenstellung, Kommentierung und pdf-Ausgabe von Inhalten der Plattform. Alles in allem ein Aushängeschild, das es noch in keinem anderen Bundesland gibt.
Quiz und Puzzle für Kinder
Auch an die Kinder wurde gedacht. Einfach in der Kopfleiste auf das Stichwort "Kids" klicken, und schon kann der Nachwuchs sein Wissen in Form eines Quiz testen oder historische Aufnahmen zu einem Puzzle zusammenbauen.
Geschäftsführer des Museumsverbundes ist Thomas Jerger, verantwortlich für den virtuellen Teil des Forums ist die Volkskundlerin Elisabeth Kreuzwieser. Finanziert wird das Projekt vom Amt der oö. Landesregierung, der OÖ Ferngas, der Wirtschaftskammer, der Industriellenvereinigung und der Stadt Linz. Weitere Sponsoren und Partner sind willkommen.
Auskunft: Wissenschaftliches Büro des Verbundes oö. Museen, Tel. 0 732 / 68 26 16.
vom 20.01.2007 | | |
|
 |