
Graz - Vom Steinhaufen im Gebirge bis zu den Botschaften, die wir über Computer und Handys verschicken: Überall sind Zeichen verborgen. Wie sich Menschen in Vergangenheit und Gegenwart über Bilder, Symbole und Codes ausdrücken, zeigt die Sonderausstellung des Volkskundemuseums am Landesmuseum Joanneum. Besucher können dort auch selbst "Zeichen setzen" und mimische Botschaften ins Grazer Kunsthaus senden oder sich mit dem Taschenfeitel in einer Tischplatte verewigen.
"Uns sind die Zeichen so selbstverständlich, dass wir die Zeichenhaftigkeit der Welt of gar nicht einmal mehr wahrnehmen", schilderte Ausstellungsmacherin Eva Kreissl anlässlich des Pressegesprächs am Donnerstag. Sie wolle mit der Sonderschau "nicht die Welt erklären, sondern die Wahrnehmung schärfen". So durchquert der Besucher der Ausstellung in zwölf Stationen im Sonderausstellungssaal, aber auch in den Räumen der Dauerausstellung das Universum der Sinnbilder und Symbole, um von der Zeichenhaftigkeit der Welt zu erfahren.
Der Sinn von Zeichen kann über Jahrtausende der gleiche bleiben, wie das Kreuz als Symbol der christlichen Religion. Manche Zeichen bergen verschiedene Bedeutungen für unterschiedliche Benutzer: So bedeutete die Rose christlichen Mystikern etwas anderes als den verfeindeten Stämmen des Hauses York, dem Widerstand des Faschismus, der Sozialistischen Internationale oder in der Blumensprache der Biedermeier.
Manche Zeichen wandeln ihre Bedeutung schon in kurzer Zeit, besonders in dynamischen Gruppen wie den Jugendszenen. Von der Sprache der Kleidung in Jugendgruppen über die Aussagekraft von Gebärden, alter Zahlensymbolik, Gaunerzinken und moderner Zeichen, die die Orientierung erleichtern, reicht das Spektrum der angesprochenen Themen. Die Besucher können dabei ihren Umgang mit den Bildbotschaften interaktiv erproben. Im Rahmen der Ausstellung können sich Besucher in einer Ahorntischplatte mittels Taschenfeitel verewigen oder mimische Botschaften ins Grazer Kunsthaus senden. (APA)