Mehr als 80.000 Besucher erwartet

07. September 2010, 14:55

Leiter Gerfried Stocker freut sich über "eine Community vom Biobauer über Leute in Sozialprojekten bis zum Chaos Computer Club"

Linz - Die Verantwortlichen des Linzer Medienkunstfestivals Ars Electronica, das am vergangenen Donnerstag begonnen hat, rechnen bis zum Veranstaltungsende am Samstag mit mehr als 80.000 Besuchern. Es seien "unheimlich viele Kilometer" zurückgelegt worden, sieht Leiter Gerfried Stocker das Konzept, das Event in die ehemalige Linzer Tabakfabrik zu verlegen und dort 82.000 Quadratmeter zu bespielen, aufgegangen. Er warnte im Bilanzpressegespräch aber gleichzeitig davor, künftige kleinere Festivals minder zu bewerten.

  • MEHR ZUM THEMA
  • Linz:Mieten: EasyMotion Kultautos zum Kultpreis

"Wir haben keinen Euro mehr bekommen", verwies der kaufmännische Geschäftsführer Diethard Schwarzmair darauf, dass die Veranstaltung aus dem laufenden Budget finanziert worden sei. Es habe freilich verstärkte Kooperationen mit Sponsorpartnern gegeben, um "das Delta dieses Mehraufwands abzudecken". Über 300 Veranstaltungen mit 570 Künstlern und Referenten aus 26 Ländern hätten auch der Wirtschaft genutzt, betonte Schwarzmair. Allein über das Ars-Organisationsbüro seien 1.500 Nächtigungen in 20 Hotels gebucht worden.

Auf das Publikum zu

Der Versuch, die Kunst aus ihren Tempeln zur breiten Bevölkerung zu holen, sei in einer radikalen, konsequenten Art durchgesetzt worden und voll aufgegangen, erklärte Stocker. Bei einer Art Volksfest im Freien und den Ausstellungen und Vorträgen im Inneren des Industriegebäudes habe sich "eine Community vom Biobauer über Leute in Sozialprojekten bis zum Chaos Computer Club" gebildet. Üblicherweise besuchen 30.000 bis 35.000 Menschen das Festival, bei der heuer doppelt so lange dauernden Ars Electronica wurden bisher knapp 70.000 Personen gezählt. Laut Schwarzmair hat man die Veranstaltung durch die außergewöhnliche Location auch lokal verankert: Etwa 25.000 Besucher kamen aus der Region.

Neben der Umwegrentabilität und dem von Stocker angestrebten Umdenken in Zeiten der Wegwerfgesellschaft - der Titel lautet heuer "Repair - Sind wir noch zu retten" - bleibt von der Ars 2010 mit Sicherheit eines: unzählige eigens angefertigte Pappmöbel. Die werden nach Veranstaltungsende treu dem Festivalmotto nicht einfach weggeschmissen, sondern kommenden Samstag versteigert. (APA)

weitersagen:
drucken
Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.